Polen: Die Apostolischen Bünde vertiefen ihre Sendung

Dr. Katarzyna Krzemińska / Dr. Alicja Kostka

Am 03. Oktober 2026 trafen sich Mitglieder des Apostolischen Bundes Schönstatts aus Polen im Zentrum der Schönstattbewegung in Swider, um ihre Identität und ihren Auftrag im Rahmen des Schönstattwerkes zu vertiefen. Die Vertreterinnen des Familienbundes, des Frauenbundes, sowie die Interessierten für den Mütterbund nahmen an dem Treffen teil. Das Treffen hatte die Formel eines Labors und lud zum Experimentieren, zum Austausch ein, um aus den Ursprüngen heraus, die Sendung heute neu und auf der Höhe der Zeit in Angriff zu nehmen.

Das „Labor“ diente als Inspiration für dieses Treffen. Während der Veranstaltung führten die Teilnehmer aktiv Experimente durch, stellten neue Fragen und suchten nach Antworten darauf.

Apostel im täglichen Leben sein

Der erste Impuls veranlasste die Teilnehmer dazu, über die Anfänge der Gemeinschaften der Bünde nachzudenken, deren Ursprung in einer Begegnung in Hörde (Deutschland) liegt. Die Teilnehmer sind mit der Dynamik des Anfangs konfrontiert: Die Selbstverantwortung der jungen Männer, die sich in Dortmund-Hörde trafen, um dem Wunsch, sich als Laienapostel der Kirche zur Verfügung zu stellen. Diesen Schritt hat das Ehepaar Katarzyna und Łukasz Krzemińscy vorgestellt. Während der Einzelarbeit wurden die Teilnehmer gefragt, welche Sehnsüchte sie dazu bewogen hatten, sich für die Bundesgemeinschaft zu entscheiden, und welche Sehnsüchte sie derzeit in ihren Herzen tragen.

Im zweiten Impuls von Dr. Alicja Kostka, Frauenbund, wurde das Bild der Schilderhebung des inneren Lebens aufgegriffen, mit dem Pater Josef Kentenich in einem Brief an die Teilnehmer in Hörde, das Wesen des Apostolischen Bundes verdeutlicht: Durch die Pflege des inneren Lebens werden wir zu Aposteln. Die Signaturen aus den 20er Jahren: neuartig, schlagfertig und Führergemeinschaft standen im Vordergrund.

Im dritten Schritt schauten die Teilnehmer auf die Gründung der weiteren Bünde in den 50er Jahren: der Familienbund und der Mütterbund wurden gegründet, und der Frauenbund neukonstituiert. Die Frage hat hier geklungen: Warum waren die Bünde für den Gründer im Schönstattwerk so wichtig, dass er wollte, dass sie – als vermittelnde und zentrale Gemeinschaften – bestehen sollten, und welche Hoffnungen verband er mit diesen Gemeinschaften? Anschließende Gespräche, die die Teilnehmer in kleinen Gruppen geführt haben, führten zu weiteren Ergebnissen und Früchten dieses Treffens.

Aus den Überlegungen, die das Ergebnis eines „Gesprächs im Geist“ waren, ergaben sich Antworten wie:

  • Spirituelles Leben / LEBEN DURCH DEN GEIST verursacht eine echte Wiederbelebung der Kirche.
  • Eigenständiges Hineinwachsen in die Heiligkeit. Keine anonyme Masse sein, sondern ein individueller Zugang zum Menschen.
  • Eine institutionelle/strukturelle Unterstützung für Menschen mit einem ähnlichen Wertesystem innerhalb der Bewegung sein.
  • Eine dauerhafte Gemeinschaft, die durch eine Idee zusammengehalten wird.
  • Die Gemeinschaft als Garant für die Stabilität zwischenmenschlicher Beziehungen.

Eine Berufung für viele Herzen

Barbara Sidor, Interessentin für den Mütterbund, bemerkte im Blick auf die Sendung der Bünde: „Die Bünde seien wie ein Puffer, ein Filter, der die Kommunikation zwischen der Hierarchie der Kirche und den Laien, dem Gottesvolk an der Basis, ermöglicht.“

Das Ehepaar Barbara und Marek sagt: „Es wurde uns neu bewusst, dass es bei unserer Berufung im Bund darum geht, dass es Menschen gibt, die in der Welt leben und die Realitäten kennen, in der Lage sind, diese zu verändern auf der Grundlage eines gefestigten spirituellen Lebens, nicht durch weltliche Werte.“

Das Treffen war ein besonderer Moment für die Einheit unter den Mitgliedern der Bünde in Polen und dazu, das Bekenntnis zu ihrer Mission als Laienapostel im Dienst der Kirche zu erneuern.

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