An diesem Samstag, dem 9. Mai, fand die traditionelle Wallfahrt zum Muttertag statt, die seit 48 Jahren die katholischen Gläubigen im Schönstatt-Heiligtum von Guayaquil, Ecuador, zusammenführt.
Es sind mehr als 10.000 Pilger, die jedes Jahr auf unterschiedliche Weise anreisen: entweder in großen Prozessionen, zu Fuß von verschiedenen Pfarreien seit den frühen Morgenstunden oder mit Bussen aus verschiedenen Stadtteilen oder den nächstgelegenen Landkreisen. Sie pilgern in einer Atmosphäre des Gebets, des Gesangs und voller Vorfreude darauf, mit ihren Bildnissen oder Fahnen anzukommen, um diese am Fuße des Heiligtums niederzulegen – als Ausdruck des Glaubens und der Liebe zur Gottesmutter. Die größte Prozession bricht von La Alborada auf und trägt das Bildnis der Gottesmutter, das jedes Jahr mit Blumen und Bändern geschmückt wird, um seine Schönheit hervorzuheben.


Frieden, eine Sehnsucht in Guayaquil und auf der ganzen Welt
In diesem Jahr wurden die Zeiten aufgrund der Ausgangssperre in der Stadt angepasst, sodass das Rosenkranzgebet um 7:00 Uhr begann und um 8:00 Uhr die heilige Messe mit der Einzugsprozession der Seminaristen, konzelebrierenden Priester, Weihbischöfe und Kardinal Luis Cabrera startete, die sich sofort auf den Weg zum Altar machte.
Die Prozession mit dem Gnadenbild der Gottesmutter, begleitet von einer Kinderschar und angeführt von Seminaristen und Marienschwestern, würdigte das 70-jährige Bestehen der Erzdiözese Guayaquil und das 100-jährige Jubiläum der Gründung der Gemeinschaft der Schönstätter Marienschwestern.
Kardinal Luis Cabrera erreichte unter strahlendem Sonnenschein das Herz seines Volkes mit einer Botschaft, die vom diesjährigen Motto „Maria, mache mich zu einem Werkzeug des Friedens“ inspiriert war und mit der er uns aufrief, den Frieden in unseren Familien, Gemeinschaften und in unserem eigenen Herzen zu leben.
Die Feier war reich an Details, wie zum Beispiel einem speziell für diese Wallfahrt vorbereiteten Lied „Maria, gib uns Frieden“ sowie den traditionellen Gesängen unseres Volkes, die uns dazu anregen, die heilige Messe tiefer zu erleben. Beim Opfergang überreichten die Jugendlichen einen Blumenvorhang, der eine Taube darstellte, und am Ende der heiligen Messe ließ eine Familie weiße Tauben fliegen – als Zeichen unserer Mission, den Frieden aus dem Inneren der Familien heraus zu gestalten.


Das Heiligtum, geschmückt, um den Himmel zu evozieren
Am Ende strömten weiterhin Tausende von Pilgern in das Heiligtum, um die Gnaden zu empfangen, die uns die Gottesmutter schenkt, und das jedes Jahr auf so besondere Weise geschmückt wird, dass jeder Pilger, der es betritt, dort ein Stückchen Himmel erleben kann.

Diese Wallfahrt ist ein Zeichen für ein Volk, das in der Liebe zu Maria vereint ist und aus vielen fernen Orten anreist, motiviert durch eine Marienverehrung, die Papst Franziskus bei seinem Besuch in Ecuador als eine ganz eigene Eigenschaft der Ecuadorianer hervorhob.
Übersetzung: Vanessa Franke
Lektorat: Hildegard Kaiser


