Ein Hirtenbischof: Schönstatt feiert!

Eugenio Minici

Am 4. Juli 2026 um 18:00 Uhr wurde im Matri Ecclesiae-Heiligtum des internationalen Schönstattzentrums in Belmonte (Rom, Italien) eine Dankesmesse zum 20-jährigen Bischofsjubiläum Seiner Exzellenz Monsignore Ignazio Sanna gefeiert, der am 25. Juni 2006 zum Bischof geweiht und zum Metropoliten von Oristano ernannt wurde (derzeit emeritierter Erzbischof desselben Bistums) und seit 1974 Mitglied des Schönstatt-Instituts Diözesanpriester ist.

Dieser Feier, die im Herzen und in der Herzlichkeit der Gläubigen der Schönstattbewegung stattfand, ging der Jahrestag seiner Bischofsweihe voraus, der am 25. Juni in der Kathedrale Santa Maria Assunta in Oristano (Sardinien) begangen wurde.

Fotos: Eugenio Minici

Die Dankesmesse zum 20-jährigen Bischofsjubiläum

Der Saal im Schönstattzentrum Belmonte, in dem die heilige Messe gefeiert wurde, war bereits mit Gläubigen gefüllt, in einer Atmosphäre tiefer Ergriffenheit und Andacht. Als Bischof Sanna eintraf, wurde die Aufmerksamkeit noch spürbarer, und so blieb es während der gesamten heiligen Messe zum 20. Jahrestag seines Bischofsamts. Der bedeutendste Moment der Feier war die Predigt des Bischofs, in der er über die Worte Jesu nachdachte: „Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht“, und erklärte, dass das Joch des Evangeliums die Müdigkeit nicht beseitigt, sondern eine Last ist, die auf die menschlichen Kräfte „zugeschnitten“ ist und in Vereinigung mit Christus getragen wird.

Im Mittelpunkt dieser Reflexion steht der Übergang vom rein intellektuellen Glauben zum gelebten Glauben. Es reicht nicht aus, die Lehre zu lernen: Man muss Christus im Alltag begegnen und sich von seiner Gegenwart verwandeln lassen. Aus diesem Grund führte Bischof Sanna den heiligen Augustinus, Dante und den heiligen Franziskus als Zeugen eines Glaubens an, der fähig ist, ein neues Leben einzuleiten.

Seine Rückblende auf seinen bischöflichen Dienst in Oristano verlieh der Reflexion einen persönlichen Charakter. Monsignore Sanna berichtete von seinen Begegnungen mit Kranken, Gefangenen und leidgezeichneten Menschen und erkannte dabei, dass es die Aufgabe des Seelsorgers ist, die Menschenwürde zu verteidigen und Trost zu spenden, auch durch bloße Anwesenheit. Das Motto „Deus caritas est“ fasst seine Vision von der Kirche zusammen: nicht auf das Kirchengebäude oder auf Rituale beschränkt, sondern durch konkrete Nächstenliebe in der Welt gegenwärtig, ohne Grenzen und ohne Unterschiede. Er schloss mit einer Einladung zur Hoffnung, zur Gemeinschaft mit Christus und zum Vertrauen in die Dreimal Wunderbare Mutter von Schönstatt.

Am Ende der heiligen Messe richtete Schwester M. Julia de Almeida von den Schönstätter Marienschwestern einen Gruß an Bischof Sanna und drückte tiefe Dankbarkeit für seinen bischöflichen Dienst aus, den er seit 20 Jahren als treuen Dienst an der Kirche und am Volk Gottes gelebt hat. Schwester M. Julia hob die pastorale Nähe des Bischofs, seine Aufmerksamkeit für die Zeichen der Zeit und seine Bereitschaft hervor, sich sowohl in den Freuden als auch in den Schwierigkeiten auf diesem Weg vom Heiligen Geist leiten zu lassen. Die Rom-Bewegung vertraut Bischof Sanna daher dem Schutz der Dreimal Wunderbaren Mutter, des heiligen Josef und des Heiligen Geistes an und schenkt ihm Gebete, Zuneigung und Beiträge zum Gnadenkapital. Die Botschaft schließt mit einem gemeinsamen Dank für ein Leben im Dienst der Kirche und der Schönstattbewegung sowie mit der Hoffnung, dass sein Dienst weiterhin reiche Früchte des Glaubens, der Einheit und der Heiligkeit tragen möge.

Bischof Sanna, eine neue und einflussreiche Persönlichkeit in der Kirche und ein tief gelehrter Theologe

Bei der Begegnung mit Bischof Sanna spürt man sofort seine außergewöhnliche Herzlichkeit und Sanftmut. Und doch ist er ein Bischof von großem Ansehen, ein tief gelehrter Theologe und ein herausragendes Mitglied der Schönstattbewegung, der entscheidend zum Wachstum der Bewegung in Italien beigetragen hat.

Bischof Sanna wurde am 20. Februar 1942 in Orune (Nuoro) geboren; am 11. März 1967 empfing er die Priesterweihe; am 22. April 2006 wurde er zum Erzbischof von Oristano gewählt; am 4. Mai 2019 trat er als Erzbischof in den Ruhestand. Er verfügt über Abschlüsse in Theologie (PUL – Päpstliche Lateranuniversität, 30. April 1970), Philosophie (La Sapienza, 23. März 1972) und Kirchenrecht (PUL, 21. Juni 1972). Unter den zahlreichen Ämtern, die er bekleidete, sind insbesondere folgende hervorzuheben: Vorsitzender des CEI-Ausschusses für höhere Studien in Theologie und Religionswissenschaften; Präsident der Päpstlichen Akademie für Theologie; sowie Vizerektor der PUL. Seit 1975 ist er zudem ordentlicher Professor für Theologische Anthropologie an der Päpstlichen Lateranuniversität.

Der Forschungsschwerpunkt von Monsignore Sanna liegt auf der theologischen Anthropologie. Aus seinem ersten Karl Rahner gewidmeten Buch und den darauffolgenden umfassenden Synthesen ergibt sich ein kohärentes und einheitliches Projekt: den Menschen im Lichte der christlichen Offenbarung zu verstehen und gleichzeitig die Theologie in einen Dialog mit den großen Fragen unserer Zeit zu führen – von der Moderne bis zur Postmoderne, von den Biotechnologien bis zum Pluralismus und durch die Identitätskrise hindurch. Aus dieser Perspektive zielen seine Beiträge vor allem darauf ab, die „Menschlichkeit“ des Menschen zu verteidigen, die Kategorie des Ebenbildes Gottes zu vertiefen, sich mit den kulturellen Herausforderungen der Gegenwart auseinanderzusetzen und über die Frage nach Zukunft und Erlösung nachzudenken.

Unter den unzähligen Veröffentlichungen, deren Autor er ist, sind folgende hervorzuheben: Die anthropologische Christologie von Pater Karl Rahner, Paoline, Rom 1970; Anmerkungen zur Anthropologie, Ut Unum Sint, Rom 1979; Der Mensch, der grundlegende Weg der Kirche: Eine Abhandlung zur theologischen Anthropologie, Dehoniane, Neapel 1984; Das Ebenbild Gottes und die menschliche Freiheit. Auf dem Weg zu einer auf den Menschen zugeschnittenen Anthropologie, Città Nuova, Rom 1990; An der Seite des Menschen: Die Kirche und die menschlichen Werte, Paoline, Rom 1992; Christen und Glaubwürdigkeit, L’Arborense, Oristano 2012; Hüter des Geheimnisses Christi, L’Arborense, Oristano 2018; Zeugen des Ewigen in der Zeit. Die aktuellen Herausforderungen der christlichen Anthropologie, San Paolo, Cinisello Balsamo 2024.

Die heilige Messe in Belmonte bildete den symbolischen Abschluss der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bischofsjubiläum von Bischof Ignazio Sanna und bekräftigte die Verbundenheit zwischen dem Bischof und der Schönstattbewegung. Ein Jubiläum, geprägt von Dankbarkeit, von der Erinnerung an den pastoralen Dienst und von einem zuversichtlichen Blick auf ein Amt, das weiterhin zur Kirche und zur Gesellschaft spricht.

Übersetzung: Sr. M. Lourdes Macías
Lektorat: Hildegard Kaiser

Teilen Sie

mit Ihren Lieben

Ähnliche Artikel, die Sie interessieren könnten