Todesanzeige: Pfarrer Alois Baumberger – Missionar in Kamerun

Claudia und Heinrich Brehm

In September 2026, Father Alois Baumberger passed away at the hospital in Douala, Cameroon. As a member of the Federation of Schoenstatt Priests, he served as a Fidei Donum priest in the African mission since 1978. For decades, he accompanied, encouraged, and brought people together in Chad and Cameroon. His work combined pastoral care with practical assistance, faith with education, and spirituality with a commitment to dignified living conditions. Until the very end, he devoted himself to the shrine “Our Lady, Queen of the Apostles” and the adjacent educational and community center in Marza, in the Diocese of Ngaoundéré.

Vom Thurgauer Bauernsohn zum Missionar

Alois Baumberger wurde am 31. Juli 1941 geboren. Mit fünf Geschwistern wuchs er auf dem Hof seiner Eltern Franz und Anna Baumberger-Schicker im Loh in Bichelsee-Balterswil, Schweiz, auf. Als ältester Sohn arbeitete er zunächst in der Landwirtschaft und wurde diplomierter Landwirt. Doch der „Blick in die Weite“, wie er später selbst sagte, zog ihn hinaus aus der vertrauten Heimat.

Auf dem zweiten Bildungsweg erwarb er das Abitur, trat mit dem Noviziat den Weg in die Gemeinschaft der Schönstatt-Patres an, studierte in Münster Theologie und wechselte später in den Schönstatt-Priesterbund, wo er 1988 die Lebensweihe ablegte. Schon als junger Mann bereiste er auf oft abenteuerliche Weise Länder des damaligen Ostblocks. Am 15. Juni 1975 wurde er in Solothurn zum Priester geweiht. Nach drei Jahren als Kaplan in Sirnach reiste er 1978 als Fidei-Donum-Priester nach Afrika aus.

Pfarrer Alois Baumberger (rechts) im Urheiligtum im Jahr 2018 bei der Aussendung von Bildchen der Pilgernden Gottesmutter, die die Familien in Kamerun besuchen sollen

„Hatamba“, einer, der mit Kraft anpackt

Sein Weg führte ihn in die Diözese Pala im südlichen Tschad. Dort übernahm er die weitläufige Pfarrei Gounou Gan mit fünf Pfarreien, einem Gebiet von der Größe des Kantons St. Gallen. Während 22 Jahren wirkte er dort als Priester und Entwicklungshelfer. Bewundernd nannte ihn die Volksgruppe der Musseye „Hatamba“, einer, der alles mit Kraft anpackt. Er gründete Pfarrgemeinden, baute mit der Bevölkerung Kirchen, eine Krankenstation und ein Kulturzentrum, ließ Brunnen bohren, errichtete ein Katechistenzentrum und förderte einheimische Priester. Mehr als zehn von ihnen fanden später in den Schönstatt-Priesterbund; sie wirken heute in Gemeinden, im Priesterseminar und in der theologischen Ausbildung. Einer von ihnen wurde Bischof.

Für Alois Baumberger gehörten Verkündigung und Entwicklung untrennbar zusammen. Der Glaube sollte Menschen nicht aus der Welt führen, sondern sie stärken, ihre Lebensbedingungen gemeinsam zu verbessern. Im Jahr 2000 begann er, beinahe 60-jährig, nochmals neu und übernahm die Pfarrei Djouman am Fluss Logone, die sich in einem schwierigen Zustand befand. Das Zusammenleben verschiedener ethnischer Gruppen sowie das Verhältnis zwischen Christen, Muslimen und Anhängern traditioneller Religionen war zum damaligen Zeitpunkt von Spannungen geprägt. Ihm war es zu verdanken, dass die Bevölkerung wieder zusammenfand und neben anderen Projekten ein Schulzentrum entstand.

Die 45. Bischofskonferenz von Kamerun besuchte das Nationale Wallfahrtszentrum und bat Pfarrer Alois um einen spirituellen und historischen Überblick über den Ort.

Glaube, der die Kultur der Menschen achtete

Alois Baumberger war Missionar mit Leib und Seele. Er lernte die Sprache der Mousseye, unter denen er lebte, und interessierte sich für ihre Riten und Gebräuche. Inkulturation war für ihn kein theoretisches Schlagwort, sondern tägliche Arbeit. Während andere Missionare Trommeln aus dem Gottesdienst verbannen wollten, ermutigte er die Trommler, zum Lob Gottes zu spielen.

Als eine aus Europa mitgebrachte Osterkerze in der Hitze rasch schmolz, setzte er sich mit den Ältesten zusammen. Gemeinsam entdeckten sie ein früher verwendetes brennbares Harz wieder. In Schalen aus Lehm wurde es zu einem Licht, mit dem die Neugetauften fortan im Ostergottesdienst tanzten. So fand das Evangelium Ausdruck in der Kultur der Menschen, statt ihr etwas Fremdes überzustülpen.

Ein Missionar der sich selbst die Hände schmutzig macht (Foto: privat)

Bescheiden, tatkräftig und unermüdlich

Weggefährtinnen und Weggefährten erinnern sich an einen offenen, bescheidenen und ungewöhnlich tatkräftigen Priester. Mit großer Achtung vor der afrikanischen Kultur verkündete er Jesus als den, der sich Armen, Ausgeschlossenen und Kranken zuwendet. Er lebte einfach und setzte sich mit brennendem Herzen für das körperliche, geistige und seelische Wohlergehen der Menschen ein.

Ob Kuhmist gefahren, Baumaterial beschafft, Brunnen ausgehoben, Messe gefeiert oder Beichte gehört werden musste: Alois packte selbst an. Unauffällig, beharrlich und unermüdlich organisierte er, was nötig war. Sein Grundsatz lautete: „Geht nicht, gibt’s nicht – es gibt für alles eine Lösung.“ Er setzte auf Bildung, lokale Verantwortung und Dialog, auf Spar- und Kreditgruppen, Gesundheitsvorsorge, die Förderung von Frauen und Schulen für Kinder aus armen Familien.

Ein Lebenswerk, das weiterwuchs

Auch in seinen letzten Lebensjahren blieb Alois Baumberger ein Priester des Aufbruchs. 2010 übernahm er in Kamerun die gigantische Aufgabe, das nationale Wallfahrtszentrum „Notre-Dame des Apôtres“ in Marza aufzubauen. Er widmete sich dem materiellen und spirituellen Ausbau des Begegnungs-, Bildungs- und Wallfahrtszentrums sowie dem Bau einer Pilgerkirche. Seine von der Schönstatt-Spiritualität geprägte Haltung suchte er in die lokale Kultur und den Alltag der Menschen einzupflanzen.

Noch im August 2026 berichtete er von neuen Fortschritten: Dank der Unterstützung von Freundinnen und Freunden aus Kamerun, Deutschland und der Schweiz konnten Fischteiche angelegt, die Wallfahrtskaplanei weitergebaut und Häuser rund um das Gäste- und Bildungshaus renoviert werden. Das Zentrum wurde zu einem Ort der Begegnung, auch für ökumenische Gruppen.

Bau des Pilgerzentrums in Marza

Mitgefühl als Kraft zur Veränderung

Prägend blieb für Alois Baumberger die Schöpfungsspiritualität: der Glaube an Gott, Liebe zur Natur und Verantwortung für die Welt. Angesichts von Armut, politischer Instabilität und ökologischen Krisen suchte er nach Wegen, die nicht bei Klage und Resignation stehen blieben. Entscheidend war für ihn die Compassion: Mitgefühl mit leidenden Menschen und konkrete Zusammenarbeit für eine bessere Zukunft.

Pfarrer Alois Baumberger hinterlässt Spuren in Kirchen und Schulen, in Brunnen und Gesundheitsstationen, in Gemeinschaften und in den Herzen vieler Menschen. Die Diözese Ngaoundéré verliert einen rastlosen Arbeiter im Weinberg des Herrn; die Schönstatt-Bewegung ein Mitglied, das sein Charisma leidenschaftlich lebte und Menschen das Gefühl vermittelte, dass ihr Beitrag zählt.

Quelle: schoenstatt.de

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