Am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel am 15. November hat der internationale Wallfahrtsort Schönstatt eine neue Leitung bekommen: Marienschwester M. Anika Lämmle und Schönstatt-Pater Stefan Strecker ISch bilden die gemeinsame Wallfahrtsleitung am internationalen Gnadenort in Schönstatt. Während Pater Stefan als „Rector ecclesiae“ des Urheiligtums wirken wird, hat Sr. M. Anika Lämmle die Verantwortung für die internationale Wallfahrt.
In der Festmesse zum Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel wurden Sr. M. Anika Lämmle und P. Stefan Strecker als neue Wallfahrtsleitung in Schönstatt eingeführt. Pater Ignacio Camacho ISch überreichte die Ernennungsurkunden und Gruß- und Segenswünsche im Namen des Generalpräsidiums der internationalen Schönstatt-Bewegung.


P. Ignacio Camacho stand der Eucharistiefeier vor, Bewegungsleiter in Deutschland Pater Felix Geyer ISch hielt die Predigt. „Drei Punkte sind mir besonders wichtig, wenn wir das heutige Hochfest betrachten und wozu wir es als Gläubige benötigen“, sagte er. Das erste sei die unstillbare Sehnsucht im Menschen nach Erlösung, obwohl „wir wissen, dass wir durch Jesus Christus erlöst sind“. P. Felix verband es mit persönlichen Zeugnissen aus den vergangenen Monaten am Urheiligtum. Menschen kämen und würden Lebensbeichten ablegen, weil sie sich danach sehnten, „dass etwas in ihnen freier wird“.

Weiter ging P. Felix auf den „Alltags-Unglauben“ ein. Damit meint der Bewegungsleiter, dass man sich allzu leicht von Sorgen des Alltags wie der Gesundheit, der Familie, der Wirtschaft und vielem anderen beinahe überwältigen lasse und lediglich am Sonntag den Glauben lebe. Dem werde Maria entgegengesetzt, die Alltagsheiligkeit gelebt habe. „Sie hat Jesus zu ihrer Cousine Elisabeth getragen und hält ihn auch uns hin“, damit wir ihm und ihr alle Sorgen anvertrauen können.
Glaube und Erlösung benötigen des Weiteren konkrete Gesichter, schloss P. Felix an und ließ seinen Blick durch die Reihen schweifen. „Sie und ich – wir alle – stehen mit unserem Gesicht für die Erlösung Jesu Christi, die in Maria konkret geworden ist“, sagte er und schloss an, dass er allen wünsche, zu Menschen zu werden, die andere Menschen ein Magnificat singen lassen, „wie es Maria bei Elisabeth getan hat“.
Prozession zum Urheiligtum und Schlüsselübergabe
Die Gläubigen waren nach der festlichen heiligen Messe eingeladen, in einer Prozession zum Urheiligtum zu ziehen. Im Urheiligtum, das nicht alle Gläubigen fassen konnte, versäumten es Sr. M. Anika und P. Stefan nicht, sich bei allen Menschen für die Unterstützung und das Gebet zu bedanken. Ein besonderer Dank galt auch P. Ignacio Camacho ISch, der das Urheiligtum seit 2023 als Rektor betreut hatte. Das Küsterehepaar Bernadette und Norbert Weweler übergab der neuen Wallfahrtsleitung symbolisch die Schlüssel des Heiligtums.

Internationale Ausrichtung des Wallfahrtsteams
Mit der neuen Wallfahrtsleitung setzt die Schönstatt-Bewegung auf Kontinuität und internationale Perspektive. Durch diese beiden Dienste wird die weltkirchliche Dimension gestärkt – gemeinsam mit weiteren Patres und Schwestern aus verschiedenen Ländern. Damit wird die internationale Ausrichtung des Wallfahrtsortes strukturell abgesichert und entwickelt.
Zur Person: P. Stefan Strecker und Sr. M. Anika Lämmle

P. Stefan Strecker gehört seit 1986 der Gemeinschaft der Schönstatt-Patres an. Nach dem Studium der Theologie und Philosophie in Münster/Westfalen und Wien wurde er am 25. November 1995 vom Münsteraner Bischof Reinhard Lettmann in der Dreifaltigkeitskirche auf Berg Schönstatt zum Priester geweiht. Der aus Freiburg stammende Schönstatt-Pater arbeitete viele Jahre als Jugend- und Studenten-Seelsorger, TZI-Gruppen-Pädagoge, Reiseleiter ins Heilige Land und Ehe- und Familienseelsorger. In seiner Gemeinschaft war er unter anderem Spiritual und Rektor des Studentats in München und Mitglied der Provinzleitung.
Sr. M. Anika Lämmle ist seit 1980 Schönstätter Marienschwester. Nach dem Studium am Seminar für Religionspädagogik und Gemeindepastoral in Koblenz-Metternich arbeitete sie rund 30 Jahre in der Schönstatt-Frauenbewegung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit den Schwerpunkten Stärkung der Einzelpersönlichkeit, Teamentwicklung sowie Motivation und Befähigung zum missionarischen Engagement vor Ort. Seit dem 8. März 2024 ist die 66-jährige in Oberschwaben geborene Schwester Leiterin der Pilgerzentrale am Wallfahrtsort Schönstatt, Vallendar.
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Fotos: Bruno Mucha / Matthias Chrobok


