Die Marienschwestern pilgern in ihrem Jubiläumsjahr zum Heiligtum von Luján

Sr. Clara María Bercetche

Am Samstag, dem 11. April, wollten wir, die Schönstätter-Marienschwestern der Provinz Nazareth, unsere Mutter und Königin in ihrem Nationalheiligtum in Argentinien im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums unserer Gründung ehren. Die Provinz Nazareth hat ihren Sitz in Nuevo Schoenstatt, Florencio Varela, Buenos Aires, und umfasst Argentinien, Paraguay und Uruguay.

Von Heiligtum zu Heiligtum

Sehr früh machten wir uns auf den Weg zum Nationalheiligtum Unserer Lieben Frau von Luján. Wir wollten Heiligtum und Heiligtum verbinden, indem wir von Nuevo Schoenstatt und von unseren Zentren in Buenos Aires aus aufbrachen, um – etwa 70 Schwestern – auf der Allee zusammenzulaufen, die zur Basilika führt. So nahmen wir den Auftrag unseres Vaters und Gründers auf: Er sagte genau in Luján, bei seinem ersten Besuch im Nationalheiligtum, am Montag, dem 9. Juni 1947: „Unsere Heiligtümer sollen den Nationalheiligtümern der verschiedenen Länder Leben einhauchen.“

Pilgerinnen zu unserem großen gemeinsamen Haus

Was gibt es Schöneres, als zum Nationalheiligtum, zur Patronin unserer Wege, zu gelangen, indem wir Schritt für Schritt über diesen heiligen Boden gehen, den Maria selbst auf ihren nächtlichen Wanderungen beschritten hat?

Der Morgentau begleitete uns noch, und an unseren Schuhen klebte das frisch gemähte Gras, zusammen mit Staub und feuchter Erde.

Wie könnte man da nicht an die kleine Jungfrau denken, die der kleine Negrito Manuel morgens antraf, mit dem feuchten Kleid und den Disteln vom Feld, die sich im Gewebe des Stoffes verfangen hatten?

Ein Bündnis, das einen ganz besonderen Austausch beinhaltet

So oft haben wir im Heiligtum vom Austausch der Herzen mit unserer Mater ter Admirabilis gehört. Im Gebet der kleinen Weihe übergeben wir Maria alles, was wir haben, und sie schenkt uns im Gegenzug alles, was sie hat. In der Vorbereitung auf diese Wallfahrt, in diesem Gebet, das uns – und allen Schönstattkindern – so sehr am Herzen liegt, hören wir das Echo jenes unvergesslichen Satzes des kleinen Negrito Manuel widerhallen: „Ich gehöre nur der Jungfrau“, womit er sich ihr als „Werkzeug und ihr Eigentum“ übergab.

In diesem Jahr, in dem wir das hundertjährige Jubiläum unserer Gründung als Schönstätter Marienschwestern feiern, konnten wir eine sehr aussagekräftige Geste vollbringen, die durch kleine offene Türen möglich wurde: Wir konnten ihr nicht nur erneut alles, was wir sind und haben, übergeben, sondern schenkten ihr ganz bewusst ein neues Gewand für ihr Pilgerbild im Heiligtum von Luján.

Es war eine liebevolle Fügung der Vorsehung, dass wir ihr dieses neue, wunderschöne Gewand überreichen konnten, das von den Karmelitinnen angefertigt wurde, die neben dem Heiligtum leben. Darauf ist ein Symbol gestickt, das uns auszeichnet: das Heiligtum mit dem Symbol des Vaters; darin die Abkürzung MTA, in die das Kreuz integriert ist, so wie es im Monogramm zum Ausdruck kommt, das wir auf dem Schleier tragen, und Lilien, die das Heiligtum bewachen.

Maria ihrerseits hat uns in unserer Mission bestärkt, ihre lebendige Gegenwart in der Welt zu sein. Wir bieten ihr weiterhin unsere Füße an, damit sie in uns auf den Wegen von heute wandeln kann; unsere Hände, damit sie weiterhin die Wunden der Seele heilen kann; unser Herz, damit sie weiterhin Barmherzigkeit schenken kann in einer Welt, die oft im Freien lebt. Aber wir wollen auch von unseren Aufgaben zurückkehren und in unserem gesegneten Gewand die Dornen, den Tau und den Staub des zurückgelegten Weges mitbringen, so wie es auf dem heiligen Mantel unserer Lieben Frau der Fall war.

Auf diese Weise ist der Austausch „Gewand für Gewand“ ein schöner Ausdruck des Bundes, der uns untrennbar mit ihr verbindet und es uns ermöglicht, jenes Licht der Hoffnung zu sein, nach dem der Mensch von heute schreit.

Eine feierliche Feier, angemessen dem historischen Ereignis, an dem wir teilnahmen

Wir hatten das große Geschenk, an der heiligen Messe um 11.00 Uhr teilzunehmen, die von Monsignore Jorge Esteban González, Weihbischof der Erzdiözese La Plata und Mitglied des Schönstatt-Priesterbunds, geleitet wurde. Zu unserer Überraschung lud er uns ein, gemeinsam mit ihm die Einzugsprozession anzuführen. So zog eine endlose Reihe von Schwestern durch die ganze Basilika – zum Erstaunen und zur großen Freude der Gläubigen, die an der Feier teilnahmen.

In seiner Predigt sagte Monsignore González unter anderem:

„Nur wenige Jahre nach der Gründung der Schönstattbewegung in Deutschland (…) suchte Pater Josef Kentenich nach Mitarbeiterinnen, die sich ganz einsetzten. Sein Wunsch war es, eine ‚autonome und unabhängige Frauenbewegung‘ zu schaffen, in der die Frauen ‚die Zügel in die Hand nehmen‘. So stellten sich am 1. Oktober 1926 achtzehn junge Frauen für diese Aufgabe zur Verfügung. Trotz der Unsicherheit der Nachkriegszeit gaben sie ihre Berufe auf. Sie begannen in äußerster Armut, aber mit der Begeisterung und dem Idealismus, die nötig waren, um den Keim für eine neuartige Gemeinschaft zu legen. In ihrer Berufung für Schönstatt als Laienbewegung wollten sie ein Gott geweihtes Leben führen, ähnlich dem der Ordensgemeinschaften, jedoch mit dem Lebensrhythmus und der Spiritualität der Laien. Etwas Neues für die Kirche vor dem Konzil; in ihrer Struktur gab es noch keinen Platz für diese Art von Gemeinschaft, und es gab keine Gewissheit, dass das Abenteuer Erfolg haben würde. Doch bereits fünf Jahre nach ihrer Gründung, im Jahr 1931, waren sie an etwa vierzig Orten in Deutschland vertreten. Papst Pius XII. erkannte 1947 die Lebensform der „weltlichen Institute“ an, und so wurden sie zum ersten deutschen weltlichen Institut. Wie wir sehen, hört Gott nie auf, uns zu überraschen… wenn ein Werk aus seiner Vorsehung kommt, spielt es keine Rolle, wie klein seine Werkzeuge sind, noch welche Prüfungen oder Schwierigkeiten sie durchstehen müssen.“

Während der Gabenbereitung überreichte Sr. Lourdes María López Manzur (26 Jahre), begleitet von Sr. Miriam Schegg (93), die Liste mit den Namen aller Schwestern der Provinz Nazareth. Der Bischof nahm sie entgegen und legte das Blatt unter den neuen Mantel, Symbol unserer Opfergabe, der bereits bereitlag, um die „reine und makellose Empfängnis“ zu bekleiden. Auf diese Weise erlaubte die Vorsehung, mit dieser Geste das Motto zu besiegeln, das uns auf der Pilgerreise motivierte: „Maria, Licht der Hoffnung, unter deinem Mantel erneuere unser Ja.“

Am Ende der heiligen Messe kam der lang ersehnte Moment, das Gewand zu ersetzen, das die Jungfrau das ganze vergangene Jahr getragen hatte – gezeichnet und abgenutzt durch den Gang der Pilger und die Spuren unzähliger Hände, die im Laufe des Jahres auf dem Stoff ruhten, um zu danken, zu flehen…

Der Bischof, unterstützt von Sr. Cecilia María Flecha Cosp, Provinzoberin der Marienschwestern, und dem Rektor des Heiligtums von Luján, Pater Lucas García, nahm den Kleiderwechsel vor. Mit einem wunderschönen Gebet, das von allen Schwestern gesprochen wurde, schlossen wir diesen unvergesslichen Moment ab.

Dieser 11. April, am Vorabend des Jahrestages, an dem unser Vater und Gründer als Kind der Heiligen Jungfrau geweiht wurde, in der Osteroktav, wird in unserer Seele nachklingen. Maria selbst, mit ihrem Mantel von Luján, in ihrem jungfräulichen Gewand, wollte unsere Berufung erneuern, wollte uns neuen Mut einflößen, weiterhin das argentinische Land in seiner ganzen Weite zu durchqueren, weiterhin Pilgerinnen „im Aufbruch“ zu sein und diejenigen, die sie uns anvertraut hat, zu ihrem Sohn zu führen. So hallt das Gebet unseres Vaters und Gründers, das uns allen so sehr am Herzen liegt, weiterhin auf unseren Lippen wider: „Lass uns gleichen deinem Bild, ganz wie du durchs Leben schreiten, stark und würdig, schlicht und mild, Liebe, Fried‘ und Freud‘ verbreiten. In uns geh‘ durch unsere Zeit, mach‘ für Christus sie bereit.“

Übersetzung: Vanessa Franke
Lektorat: Hildegard Kaiser

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