Nervosität, Aufregung und Freude prägten in den letzten Tagen den Alltag von Verónica Sanfilippo. Die junge argentinische Sängerin wird während des Besuchs von Papst Leo XIV. in Buenos Aires zweimal auftreten und hofft, dem Heiligen Vater und allen Anwesenden ihre Emotionen und Dankbarkeit zu vermitteln.
Verónica stammt ursprünglich aus Paraná, der Hauptstadt der Provinz Entre Ríos. Seit ihrer Kindheit kennt sie das Schönstattheiligtum in La Loma, wo sie vor mehr als zehn Jahren ihr Liebesbündnis geschlossen hat. Verónica engagierte sich intensiv in der Schönstattjugend und nahm an den Hochschulmissionen teil, wodurch sie ihr Verständnis unserer Spiritualität vertiefte.
Heute gibt sie in einem Interview weitere Einblicke in ihren Auftritt und ihre Teilnahme am ersten Besuch von Papst Leo XIV. in Südamerika.

Schönstatt und eine Liebesgeschichte mit der Gottesmutter
Du bist zum ersten Mal Schönstatt im Heiligtum in Paraná, Argentinien, begegnet. Wie war diese Begegnung, und was hat sie für Ihr Leben bedeutet?
Ich kenne das Schönstattheiligtum hier in Paraná schon seit meiner frühesten Kindheit, denn die Mädchen- und Männerjugend sowie die Familienbewegung waren in der Diözese schon immer sehr aktiv und präsent.
Schon von klein auf war ich Teil der Laienorganisation „Katholische Aktion“. Dort wurde ich vom fünften Lebensjahr an bis in meine Teenagerjahre hinein geprägt.
Doch die Gottesmutter hatte mein Herz bereits in meiner Jugend erobert. Ich nahm an Universitätsmissionen mit der Schönstattgruppe teil, und dort begann die Gottesmutter nach und nach, mich zu rufen und an sich heranzuziehen, bis sie 2016 mein Herz gewann und ich als Pilger mein Liebesbündnis schloss.
Sind die Schönstatt-Spiritualität und das Liebesbündnis noch immer in deinem Leben und deinem Auftrag als Sängerin präsent? Inwiefern?
Ich glaube, dass die Schönstatt-Spiritualität und das Liebesbündnis Dinge sind, die, sobald man sie kennenlernt, sobald man sie entdeckt, einen für den Rest des Lebens begleiten. Sowohl persönlich als auch in unserer Sendung auf diesem Weg der Evangelisierung durch die Musik sagen wir, dass wir Kinder der Vorsehung sind. Es ist ein Weg der völligen Hingabe an Gottes Vorsehung, an Seine Pläne und an alles, was Er will, im blinden Vertrauen auf den Gott, der sich in allen Ereignissen unseres Lebens offenbart. Und natürlich begleitet die Gottesmutter unsere Sendung; sie reist immer mit uns – sei es durch unsere kleine Liebesbündnis-Medaille oder, wenn wir ein kleines Pilgerheiligtum mitnehmen können. Aber sie ist auch in ihrem Bildnis gegenwärtig: Wir sind ihr auf Flughäfen und in den Gemeinden begegnet, die wir besucht haben, und wir hatten die wunderbare Gelegenheit, Heiligtümer in verschiedenen Ländern Lateinamerikas zu besuchen. Die Wahrheit ist, dass sowohl die Schönstatt-Spiritualität als auch das Liebesbündnis mit Maria immer gegenwärtig sind.
Musik als Sendung und Instrument der Evangelisierung
Wann wurde dir bewusst, dass Musik mehr sein kann als nur ein Talent oder eine Leidenschaft und zu einer echten Mission der Evangelisierung werden kann?
Nun, das erste Zeichen, das Gott mir gab, dass Er durch mich Großes bewirken könnte, wenn ich mich als Werkzeug gebrauchen ließe, kam, als ich noch sehr jung war. Ich ging zur Schule – ich glaube, ich war 13 oder 14 –, und nachdem ich in der heiligen Messe gesungen hatte, kam eine Lehrerin auf mich zu und sagte: „Du singst so wunderschön, und es tut mir so gut, dich zu hören.“ Diese Worte hallten immer wieder in meinem Herzen nach.
Als ich älter wurde, gingen mir diese Worte nie aus dem Kopf. Der Herr zeigte mir nach und nach, dass er mir eine Gabe geschenkt hatte und mich brauchte, um seine Botschaft der Liebe, des Friedens und der Barmherzigkeit durch die Musik zu verbreiten, die er mir geschenkt hatte.
Den großen Schritt haben wir vor neun Jahren gewagt, als wir begannen, an unserem Evangelisierungsprojekt zu arbeiten. Wir begannen, gemeinsam mit einem Produzenten Musik zu machen, und stellten fest, dass die Menschen unsere künstlerische Vision schätzten.
Danach, im Jahr 2017, verbrachten wir zwei Jahre mit Entscheidungsfindung und versuchten herauszufinden, ob Gott uns wirklich an diesem Ort und für diese Mission wollte. Es war ein Prozess der Suche nach Gottes Bestätigung gemeinsam mit meinem geistlichen Begleiter, begleitet von viel Gebet, bis Gott in unserem Leben bestätigte, dass er uns hier haben wollte, um durch Musik zu evangelisieren.


Es ist 39 Jahre her, seit Argentinien zuletzt einen Papstbesuch erlebt hat. Die Begeisterung darüber, Teil dieses historischen Moments zu sein, ist riesig.
In einer Welt, in der Musik im Leben junger Menschen eine so wichtige Rolle spielt – welche Rolle spielt deiner Meinung nach die katholische Musik bei der Evangelisierung jüngerer Generationen?
Ich glaube, dass die Rolle der katholischen Musik bei der Evangelisierung jüngerer Generationen sehr wichtig ist, denn wir möchten jungen Menschen zeigen, dass sie ihren Glauben in jedem Lebensbereich und zu jeder Tageszeit leben können, dass der katholische Glaube nicht auf die Kirche beschränkt ist, noch ausschließlich auf Messen und Anbetung oder das Knien, sondern vielmehr ein Glaube, der dich begleitet, wenn du in der Schule bist, wenn du studierst, wenn du arbeitest, ein Glaube, der dich begleitet, wenn du Spaß mit deinen Freunden hast.
Auch die zeitgenössische katholische Musik bietet dies: eine Vielfalt an Stilen und Genres, eher klassische, kontemplative und meditative, aber auch modernere, urbane, Folk- und lateinamerikanische Genres.
Es gibt heute viele katholische Künstler, die danach streben, das katholische Musikgenre genreübergreifend zu diversifizieren, damit vor allem junge Menschen die Möglichkeit haben, Musik zu hören, die nicht nur eine Botschaft des Glaubens, sondern auch der Hoffnung, der Ermutigung, des Trostes und der Zuversicht vermittelt.
In der Welt, in der wir heute leben, führen viele Botschaften junge Menschen in die Depression, dazu, sich von anderen zurückzuziehen, und dazu, nur an sich selbst zu glauben, dass sie sich allein selbst stärken können.
Unsere Botschaft verfolgt jedoch einen anderen Ansatz: Sie erinnert junge Menschen daran, dass sie wertvoll sind, dass sie einen Gott haben, der sie liebt, dass wir alles durch Christus tun können, der uns stärkt, und dass wir alles tun können, wenn wir Hand in Hand mit Jesus gehen.
Ich glaube, dass Musik heute eine grundlegende Rolle dabei spielt, jungen Menschen Hoffnung und eine andere Botschaft zu vermitteln.
Zehn Jahre Liebesbund
Dein Lied „Santa María“ entstand als Dank an die Gottesmutter für deine zehn Jahre im Liebesbündnis. Wie ist dieses Lied entstanden? Welche spirituelle Erfahrung hat es inspiriert?
Ja, mein Lied „Santa María“ war als Geschenk an die Gottesmutter für diese zehn Jahre des Liebesbundes gedacht, die wir gemeinsam verbracht haben. Es entstand aus einem Herzenswunsch, an diese zehn Jahre, die wir gemeinsam gegangen sind, zu erinnern und darüber nachzudenken.
Es gab nicht eine einzige spirituelle Erfahrung, die das Lied inspiriert hat, sondern vielmehr das Nachdenken über alles, was wir gemeinsam durchlebt haben – wie diese zehn Jahre gewesen sind, wie Maria mich begleitet, sich mir offenbart und an meiner Seite gewandelt ist. Das Lied soll auch ein neues Opfer für Maria sein und eine erneute Verpflichtung, mich wieder für sie zu entscheiden, damit wir weitere zehn, zwanzig oder dreißig Jahre gemeinsam gehen können…
Was bedeutet es für dich, eine so persönliche und tiefgreifende Erfahrung mit Maria in ein Lied zu verwandeln, das die Herzen Tausender berühren kann?
Für mich ist die Umsetzung einer persönlichen Erfahrung mit Maria, mit Jesus, mit der Eucharistie, mit dem Heiligen Geist, eine Möglichkeit, in einem Lied auszudrücken, was in mir vorgeht, und der Welt mitzuteilen, wie ich meinen Glauben lebe, wie ich meinen Glauben empfinde, wie ich Marias Gegenwart spüre, wie ich den Heiligen Geist spüre, wie ich mich mit der Eucharistie verbinde, wie ich meditiere und wie ich das Evangelium verstehe.
Für mich ist es eine Möglichkeit, mich auszudrücken und der Welt den Frieden, die Liebe und die Ruhe zu schenken, die mir von Jesus zuteilwerden, den Trost.
Es ist ganz einfach, eine Möglichkeit, das auszudrücken, was in mir vorgeht, und die vielleicht auch anderen helfen kann: jemandem, der eine schwere Zeit durchmacht, jemandem, der ein Wort der Ermutigung braucht, oder jemandem, der in Maria eine Zuflucht, einen sicheren Ort finden muss.
Singen für Papst Leo XIV.: Eine besondere Mission
Du wirst die Gelegenheit haben, während seines Lateinamerika-Besuchs für Papst Leo XIV. zu singen. Wie hast du von dieser Nachricht erfahren? Was war deine erste Reaktion?
Im September kontaktierte mich Sarita Cafferata – die Leiterin des Chorensembles, das beim Jugendtreffen auftritt – über WhatsApp. Sie erzählte mir vom Vorschlag.
Ehrlich gesagt, dachte ich zunächst, sie hätte sich in der Person geirrt. Es dauerte eine Weile, bis mir klar wurde, dass die Nachricht an mich gerichtet war und dass die Einladung darin bestand, diesem Chorensemble beizutreten.
Noch am selben Tag wurde ich auch aus Córdoba bezüglich der dort geplanten Aktivitäten kontaktiert. Aus logistischen Gründen musste ich mich jedoch zwischen den beiden entscheiden und mich für Buenos Aires entscheiden.
Wie es der Zufall so wollte, bot mir meine Entscheidung, nach Buenos Aires zu fahren, auch die Gelegenheit, während des Vorspiels zur heiligen Messe am 9. zu singen, die Papst Leo gemeinsam mit allen Familien und den Anwesenden feiern wird.
Für mich war das ein riesiges Geschenk Gottes. Ich hatte damit nicht gerechnet – ehrlich gesagt, hatte ich nicht erwartet, eingeladen zu werden. Ich freue mich sehr, Teil all dessen zu sein.
Was kannst du uns über diesen Auftritt erzählen? Wann und wo wird er stattfinden?
Ich kann euch sagen, dass der erste Auftritt am Montag, dem 9., im Rahmen des Vorprogramms zur heiligen Messe stattfinden wird, die der Papst gemeinsam mit allen Argentiniern feiern wird.
Wir werden mit einem Team eine Weile lang den Gesang leiten; Uriel Arcodazzi und Atenas werden ebenfalls singen. Zu dritt werden wir Lieder aus dem beliebten katholischen Liederbuch sowie einige Eigenkompositionen vortragen.
Unser zweiter Auftritt findet am Dienstag, dem 10., am Denkmal für die Spanier statt, während des Treffens des Papstes mit jungen Menschen.
Wir sollen von 20:00 bis 20:30 Uhr auftreten und werden von einem Chorensemble mit 150 Stimmen sowie einem Orchester mit 50 Musikern begleitet. Es wird fünf Solisten geben: Maxi Largui, Atenas, Joaquín Chávez, Mechi Ruiz, Luque und mich.
Wir werden dort sein und ein wenig Musik mit euch teilen.
Wenn du Papst Leo XIV. durch deine Musik eine Botschaft senden könntest, wie würde diese lauten?
Ich würde Papst Leo sagen: „Danke“ – danke, dass du so mutig bist und dich bereit erklärt hast, unsere Kirche zu leiten, dass du den Heiligen Geist annimmst und offen bist, diesen Auftrag zu erfüllen, der ganz sicher nicht einfach ist. Danke!I would tell Pope Leo, „Danke“—thank you for being so brave and for agreeing to lead our church, for accepting and being open to the Holy Spirit to fulfill this mandate, which is clearly not easy. Danke!
Das sollten Sie nicht verpassen:
Verónicas zwei Auftritte finden statt am:
- am 9. November vor der heiligen Messe, die um 11:30 Uhr in Buenos Aires gefeiert wird.
- am 10. November während der Vigil des Papstes mit Jugendlichen am Denkmal für die Spanier in Buenos Aires.
Um mehr über Verónicas Arbeit und Leben zu erfahren, besuchen Sie: verosanfilippo.com
Übersetzung: Sr. M. Lourdes Macías
Lektorat: Hildegard Kaiser


