Am 23. September 2026 erlebten rund 30 Pilger aus Argentinien einen besonderen Moment während der Generalaudienz von Papst Leo XIV. auf dem Petersplatz in Rom. Die meisten von ihnen kamen aus Buenos Aires und wurden von zwei Ehepaaren aus Mendoza begleitet. Im Rahmen ihrer Pilgerreise besuchten sie Schönstatt und seine historischen Stätten, bevor sie Rom und weitere italienische Städte besichtigten.
Bereits Monate vor der Reise hatte die Gruppe einen Brief an den Vatikan geschickt, in dem sie ihren Wunsch formulierte, den Heiligen Vater persönlich zu begrüßen. In der Antwort wurde bestätigt, dass sie Eintrittskarten für die Audienz erhalten würden, doch blieb unklar, wie nah sie dem Papst kommen könnten.
Die Überraschung und Freude waren riesig, als die Gruppe feststellte, dass ihr ein reservierter Bereich rechts vom Papst zugewiesen worden war, ganz in der Nähe des Petersdoms. Für die Pilger war dies viel mehr als nur ein guter Platz, es war eine konkrete Gelegenheit, einen Traum wahr werden zu lassen, der sie während der gesamten Reisevorbereitung begleitet hatte.


Eine Bitte, die bis ins Herz der Kirche gelangte
Seit Monaten hatte sich die Gruppe danach gesehnt, den Papst zu begrüßen, insbesondere um ihm ein Foto von Pater Josef Kentenich zu überreichen und ihn um seine Hilfe und Gebete für den Seligsprechungsprozess des Vaters und Gründers von Schönstatt zu bitten.
„Es war ein Traum – und wie wir in Argentinien sagen: ‚Träumen ist umsonst‘“, sagt Schwester M. Teresa Buffa, die das kleine Bild vorbereitet hatte, um es dem Papst zu überreichen.
Darüber hinaus suchte die Gruppe nach einem weiteren Symbol als Geschenk. Während der Wallfahrt wurde ein kleiner Krug mit der Inschrift „Nichts ohne dich, nichts ohne uns“ mit Beiträgen für das Gnadenkapital gefüllt. Fast zwei Wochen lang sammelten die Pilger ihre Opfergaben, Opfer und Gebete, um sie dem Papst zusammen mit der Bitte um die Seligsprechung des Gründers zu überreichen.
Vor der Audienz überreichten Pfarrer Martín Clavijo vom Schönstatt-Priesterbund und Schwester M. Teresa Buffa das Gnadenkapital und das Bild, erläuterten deren Bedeutung und baten um Gebete für die Seligsprechung des Gründers. Obwohl die Begegnung nur wenige Augenblicke dauerte, war sie zutiefst bewegend.
Im Namen so vieler Schönstätter
Die Erfahrung wurde nicht nur als persönliche Begegnung erlebt, sondern auch als Gelegenheit, in diesem Moment so viele Mitglieder der Schönstattfamilie zu vertreten, die sich wünschen, dass die Heiligkeit des Lebens von Pater Kentenich und die Bedeutung seiner Sendung für die Kirche anerkannt werden.
„In gewisser Weise fühlte ich mich unwürdig, so viele Schönstätter und geistliche Kinder unseres Vaters und Gründers zu vertreten, den wir für einen großen Heiligen halten und von dem wir glauben, dass er eine sehr wichtige Botschaft für die Kirche von heute hat“, sagt Sr. M. Teresa.
Für sie ist das Ersuchen um die Seligsprechung eng mit dem geistlichen Erbe des Gründers verbunden: „Seine Selig- und Heiligsprechung wäre ein enormer Segen für die Kirche unserer Zeit, besonders wenn wir unser Charisma, das Netz der Bindungen und das Geschenk des Liebesbündnisses betrachten.“
So wurde die kurze Begegnung mit Papst Leo XIV. zu einem bedeutungsvollen Moment: die symbolische Übergabe der Gebete und Opfer der Wallfahrt, das Ersuchen um die Seligsprechung von Pater Kentenich und der Ausdruck des Wunsches, die Schönstatt-Mission erneut in den Dienst der Kirche zu stellen.
Der Höhepunkt der Wallfahrt
Im Rückblick auf das Erlebte sind sich die Pilger einig, dass diese wenigen Augenblicke mit dem Heiligen Vater den Höhepunkt der gesamten Reise darstellten.
„Wir alle haben als Gruppe erlebt, dass diese Momente mit dem Heiligen Vater der Höhepunkt unserer Wallfahrt waren. Es war ein enormes Geschenk, dem Stellvertreter Christi zu begegnen – und zwar im Namen der gesamten Schönstattbewegung und unseres Vaters und Gründers, der die Kirche so sehr geliebt und so viel für sie gelitten hat“, betont Schwester M. Teresa.
Während ihrer gesamten Reise durch Argentinien, ihres Besuchs in Schönstatt und ihrer Tage in Italien trug die Gruppe ein gemeinsames Anliegen mit sich. Bei ihrer Rückkehr nach Hause nahmen sie auch die Erinnerung an eine kurze, aber tief bedeutungsvolle Begegnung mit: Vor dem Papst auf dem Petersplatz konnten sie noch einmal das Leben, die Sendung und das geistliche Erbe von Pater Josef Kentenich vorstellen und der Kirche und dem Heiligen Vater die Bitte um seine Seligsprechung anvertrauen.

Übersetzung: Sr. M. Lourdes Macías
Lektorat: Hildegard Kaiser


