Es gibt Tage im Kirchenkalender, die unscheinbar erscheinen, fast still gegenüber der Außenwelt, aber die Kraft haben, Leben zu verändern.
Der Aschermittwoch ist einer davon („Geh in dein Zimmer, schließ die Tür …“ Mt 6,6). Der Tag des Liebesbündnisses ist ein weiterer („… kleine und unbedeutende Ereignisse wurden zu großen Ereignissen“, Gründungsurkunde).
Auf den ersten Blick sind es seltsame Momente: der eine geprägt von Asche, Stille und Buße, der andere von Feier, Weihe und neuem Eifer. Trotz des Kontrasts erkennen wir bei genauerem Hinsehen, dass sie denselben Weg beschreiben: zu erkennen, wer wir vor Gott sind, und uns erneut dafür zu entscheiden, zu ihm zu gehören.
Man kann sagen, dass das eine das Herz auf das andere vorbereitet!

Aschermittwoch: Bewusstsein + Bekehrung
Heute ist der Tag, an dem die Kirche uns ansieht und sagt: „Denke daran: Du bist Staub … aber du bist geliebt.“
Die Asche steht nicht für Demütigung, sondern zeigt uns die Wahrheit. Sie befreit uns von unseren Illusionen und führt uns zum Wesentlichen:
- Ich bin zerbrechlich
- Ich kann mich nicht selbst retten
- Ich brauche Gott
Überall auf der Welt werden wir dieselben Worte hören: „Denk daran, dass du Staub bist“, „Kehrt um und glaubt an das Evangelium.”
Obwohl diese beiden Sätze stark sind, sind sie keine Botschaft der Angst, sondern eine Einladung zur Wahrheit. Es ist, als würde die Kirche uns liebevoll sagen: „Halt inne. Schau in dich hinein. Kehre zum Wesentlichen zurück.“
Die Asche befreit uns von unseren Illusionen. Sie erinnert uns daran, dass wir abhängig, begrenzt und klein sind. Dass wir nicht alles kontrollieren können. Dass wir Gott brauchen.
Aber es ist wichtig, sich daran zu erinnern: Gott ruft uns niemals dazu auf, nur auf unser Elend zu schauen. Er ruft uns immer dazu auf, den nächsten Schritt zu gehen. Und was ist dieser Schritt?
Bund der Liebe: Hingabe + Zugehörigkeit
Der Liebesbund ist wie ein Schritt darüber hinaus; er ist fast der „nächste Schritt“, da ich weiß, dass ich klein bin… also gebe ich mich hin.
Beim Bund der Liebe geht es nicht nur um Bekehrung, sondern auch um Beziehung. Eine lebendige Beziehung der Zugehörigkeit. Es ist eine bewusste Entscheidung, mit Maria zu gehen und sie als Begleiterin und Lehrerin im täglichen Leben zu haben.
Es ist, als würde man sagen: „Ich möchte nicht alleine gehen; ich lege mein Leben in die Hände der Mutter.“
Wenn die Asche sagt: „Komm zurück“,
sagt der Bund: „Bleib bei mir.“
Die eine Bewegung entleert, die andere füllt.
Gottes Zauberformel
Wenn wir auf diesen Tag der Gnade blicken, der die Fastenzeit eröffnet, können wir zusammenfassen:
Asche = die eigene Kleinheit erkennen
Bund = diese Kleinheit als Geschenk darbringen
Das ist sehr charakteristisch für unsere Schönstatt-Spiritualität. Unsere Schönstattfamilie bietet keine Vollkommenheit (obwohl wir sie anstreben). Wir bieten unser Elend, unsere Grenzen, unsere täglichen Anstrengungen als Beiträge zum Gnadenkapital an, genau den „Staub“ der Asche.
Das heißt:
Gott nimmt den Staub…
und Maria verwandelt ihn in ein Werkzeug.
Und aus dieser Mischung formt Gott Heilige!
Übersetzung: Sr. M. Lourdes Macías
Lektorat: Hildegard Kaiser

