Papst plant Gipfel zu Glaubensweitergabe an Familie

Christine Seuss / Vatican News

„Angesichts der Veränderungen, die weiterhin Einfluss auf die Familien haben, habe ich beschlossen, im Oktober 2026 die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen der ganzen Welt zu versammeln, um im gegenseitigen Aufeinanderhören eine synodale Unterscheidung bezüglich der Schritte vorzunehmen, die unternommen werden müssen, um heute den Familien das Evangelium zu verkünden“: Das schreibt Papst Leo in seiner Botschaft, die am 19. März, dem Jahrestag der Unterzeichnung des Nachsynodalen Schreibens Amoris laetitia, veröffentlicht wurde. Diese Unterscheidung solle „im Lichte von Amoris laetitia geschehen“, ebenso wie „unter Berücksichtigung dessen, was in den Ortskirchen bereits getan wird“, so das Kirchenoberhaupt.

Amoris laetitia ist das lehramtliche Ergebnis der Familiensynode, die in zwei Phasen 2014 und 2015 in Rom stattfand und in deren Vorfeld eine weltweite Befragung unter Gläubigen einberufen wurde. Diese Vorgehensweise sollte sich bei weiteren Synoden weiter verfestigen; das Ganze mündete in der Synode zur Synodalität, die als fortlaufender Prozess angelegt wurde. Am 19. März 2016 unterzeichnete Papst Franziskus das Dokument, in dem die Ergebnisse der Familiensynode zusammenfassend festgehalten wurden.

Glaubensweitergabe an Familien

Auf dieses Dokument, das „Ergebnis eines dreijährigen synodalen Unterscheidungsprozesses, der in das Heilige Jahr der Barmherzigkeit mündete“, bezieht Leo XIV. sich nun, um eine neue Bischofsversammlung zum Thema Glaubensweitergabe an Familien einzuberufen. Dies bedeutet an sich eine Synthese aus Anliegen seiner beiden direkten Vorgänger: Papst Benedikt XVI., der eine Synode zur Evangelisierung einberufen hatte, und Franziskus, der die Familie in den Fokus nahm und dabei erste Schritte hin zu einer synodalen Vorgehensweise machte, die heute aus dem kirchlichen Diskurs nicht mehr wegzudenken ist.

„Familie als das Fundament der Gesellschaft“

Es gelte, dem Herrn für die mit der Familiensynode erhaltene „Anregung für das Studium und die pastorale Umkehr der Kirche“ zu danken und ihn „um den Mut“ zu bitten, „den Weg weiterzugehen, indem wir das Evangelium stets aufs Neue in der Freude annehmen, es allen verkünden zu dürfen“, schreibt Papst Leo. Das Dokument „Amoris laetitia“ biete „eine wertvolle Lehre, die wir heute weiter vertiefen müssen: die biblische Hoffnung auf die liebevolle und barmherzige Gegenwart Gottes, die es ermöglicht, ,Geschichten der Liebe‘ zu leben, auch wenn man ,Familienkrisen‘ durchlebt“, würdigt der Papst, der unter Bezugnahme auf die Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) die Familie als „das Fundament der Gesellschaft“ anerkennt. Es gelte vor diesem Hintergrund allerdings auch, die Familien zu unterstützen, „insbesondere diejenigen, die unter den vielfältigen Formen von Armut und Gewalt in der heutigen Gesellschaft leiden“, so Papst Leo.

„Danken wir dem Herrn für die Familien, die trotz Schwierigkeiten und Herausforderungen ,die Spiritualität der familiären Liebe‘ leben, die ,aus Tausenden von realen und konkreten Gesten‘ (AL, 315) besteht“. Das Kirchenoberhaupt spricht in diesem Zusammenhang auch „den Hirten, den pastoralen Mitarbeitern, den Vereinigungen von Gläubigen und den kirchlichen Bewegungen, die sich in der Familienpastoral engagieren“, seinen Dank aus.

Unterstützung für Familien nötig

Die heutige Zeit sei von „raschen Veränderungen“ geprägt, die es „mehr noch als vor zehn Jahren erforderlich“ machten, den Familien „besondere pastorale Aufmerksamkeit zu schenken“, betont Papst Leo in seinem Schreiben. Denn gerade ihnen habe der Herr „die Aufgabe anvertraut, an der Mission der Kirche mitzuwirken, das Evangelium zu verkünden und zu bezeugen“, zitiert der erste US-Amerikaner auf dem Papststuhl aus dem Dokument Familiaris consortio seines polnischen Vorgänger Johannes Paul II. aus dem Jahr 1981. Tatsächlich gebe es Orte und Umstände, an denen die Kirche „nur durch die Laien und insbesondere durch die Familien“ zum „Salz der Erde“ werden könne, greift er auch eine entsprechende Aussage aus Lumen gentium auf. Über diese Konstitution des Konzils denkt er derzeit während seines aktuellen Katechesezyklus bei den Generalaudienzen nach.

„Man kann nicht über die Familie sprechen, ohne Familien zu Rate zu ziehen“

„Daher muss das Engagement der Kirche in diesem Bereich erneuert und vertieft werden, damit diejenigen, die der Herr zum Ehe- und Familienleben beruft, ihre eheliche Liebe in Christus leben können und die jungen Menschen sich von der Bedeutung der ehelichen Berufung in der Kirche angezogen fühlen“, so Papst Leo, der dies zum Anlass nimmt, die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen zu einem gemeinsamen Austausch nach Rom einzuberufen.

Ein konkretes Datum nennt er in dem Schreiben allerdings noch nicht. Auch von einem erweiterten Teilnehmerkreis ist an dieser Stelle keine Rede. Allerdings zitiert er seinen Vorgänger Franziskus, der bei der Feier zum 50. Jahrestag der Bischofssynode gesagt hatte, dass es nicht möglich sei, „über die Familie zu sprechen, ohne Familien zu Rate zu ziehen und ihre Freuden und Hoffnungen, ihre Leiden und ihre Ängste anzuhören“.

Quelle: vaticannews.va/de

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