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Schlussdokument des internationalen Pfingstkongresses liegt jetzt in offiziellen Übersetzungen vor

Der internationale Pfingstkongress, der vom 8. bis zum 12. Juni in Schönstatt, Vallendar stattgefunden hat, hat seine Überlegungen in einem Brief zusammengefasst: „Inspiriert durch das Pfingstfest haben wir uns ‚versammelt mit Maria‘ (Apg 1,14), um in dieser herausfordernden Stunde der Geschichte den Heiligen Geist zu erflehen. Nach den Anschuldigungen gegen Pater Kentenich und nachdem wir diesen Kongress wegen der Pandemie zweimal verschoben hatten, kamen wir zusammen – voller Dankbarkeit für das Leben, das Gott in uns immer wieder neu erweckt.“

Das Dokument, das bei der Schlussmesse des Treffens in englischer Sprache vorlag und verlesen wurde und das von den 145 Vertreterinnen und Vertretern aus 30 Ländern in der Gründerkapelle, dem Sterbeort Pater Josef Kentenichs, unterzeichnet wurde, liegt nun in offiziellen Übersetzungen vor.

„Auf lernende, offene und synodale Weise“

„Trotz der großen Vielfalt an Ländern und Kulturen wurde der Kongress zu einer deutlichen Erfahrung eines Miteinander-auf-dem-Weg-Seins“, schreibt Pater Ludwig Güthlein, Leiter der Schönstatt-Bewegung Deutschland, in der Juli-Ausgabe des Bündnisbriefes. Aus dieser Erfahrung heraus habe der Kongress im Brief formulieren können, dass die internationale Schönstattfamilie auf die Fragen, die Schönstatt, die Welt und die Kirche bewegen, „auf lernende, offene und synodale Weise“ zugehe.

"Kirche am neuen Zeitenufer" - Bild: Maria Elina, Argentinien (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)
"Kirche am neuen Zeitenufer" - Bild: Maria Elina, Argentinien (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)

„Kirche am neuen Zeitenufer“

Im Blick auf Schönstatt, so schreibt Güthlein weiter, sei während des Kongresses ein Bild entstanden, das den inneren Geist des Kongresses zum Ausdruck bringe. Pater Kentenich habe oft von der „Kirche am neuen Zeitenufer“ und von den Veränderungsprozessen gesprochen, in denen sich Welt und Kirche befänden. Bisher sei dieses Bild als Blick über das Wasser in die Zukunft hin zum neuen Ufer gedeutet worden. „Im Kongress kam der Gedanke auf, dass alles das, was heute und jetzt die Menschen bewegt, schon zu dem neuen Zeitenufer gehört“, so Güthlein. „Unser Schiff ist nicht nur unterwegs auf dem Wasser und durch manche Stürme hindurch, sondern wir sind am neuen Ufer angekommen.“ Es gehe für die Schönstatt-Bewegung jetzt darum, in das neue Land hineinzugehen. „Das Liebesbündnis als Wurzel unserer Spiritualität muss sich im neuen Land, in den aktuellen Herausforderungen bewähren und seine Fruchtbarkeit erweisen“, so der Schönstatt-Pater.

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Pioniere der Mitgestaltung der neuen Epoche werden

Pioniere der Mitgestaltung der neuen Epoche werden

Mit der Unterzeichnung des Abschlussdokumentes des Pfingstkongresses, einem „geschwisterlichen Brief an die internationale Schönstattfamilie“, der den Titel trägt: „Unser Brief seid ihr (2 Kor 2,3)“, ist die Versammlung von 145 Delegierten aus 30 Ländern in Schönstatt, Vallendar, am 12. Juni 2022 zu Ende gegangen. In dem in englischer Sprache verfassten Brief rufen die Delegierten die internationale Schönstattfamilie zu einem tieferen Verständnis des prophetischen Charismas und der Person Pater Kentenichs auf. Es sei nötig, sich in diesem Charisma zu verwurzeln, damit es für die Bewegung, die Kirche und die Welt fruchtbar werden könne. Das Dokument lädt die Schönstattfamilie dazu ein, das Charisma Schönstatts auf „lernende, offene und synodale Weise zu erneuern“ und es fordert die Mitglieder der Bewegung weltweit auf, mutig und geduldig zugleich, auf der Basis christlicher und schönstättischer Wurzeln, nach Antworten auf die heute drängenden Zeichen der Zeit zu suchen.

Abschlussplenum des Pfingstkongresses 2022 im Pater-Kentenich-Haus, Berg Schönstatt, Vallendar
Abschlussplenum des Pfingstkongresses 2022 im Pater-Kentenich-Haus, Berg Schönstatt, Vallendar (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)

Eine Kultur des Dialogs, der Offenheit und des Zuhörens

In der abschließenden Plenumsversammlung des Pfingstkongresses war der Text des Dokumentes, der als Ergebnis der viertägigen Beratungen entstanden ist, vom Redaktionsteam im Plenum vorgestellt worden. Nach einer grundsätzlichen Zustimmung, die in anhaltendem Applaus und in dankbaren und freudigen Kommentaren zum Ausdruck kam, wurde es mit vielfältigen Anregungen angereichert, die während der Abschlussmesse des Kongresses noch eingearbeitet wurden. Ein wichtiger Abschnitt des Dokumentes widmet sich dem Thema Synodalität, die durch eine Kultur des Dialogs, der Offenheit und des Zuhörens gekennzeichnet sei. Dazu gehöre der Mut, „unsere Zerbrechlichkeit zu akzeptieren und unsere Haltungen auf der Grundlage eines jugendlichen Geistes neu zu definieren.“ Der kreative Beitrag der Schönstattfamilie zum Aufruf des Heiligen Vaters zur Synodalität sei das Liebesbündnis, das zu einer organischen Sichtweise, die Natur und Gnade verbindet, führe. „Für uns bedeutet dies, dass wir nicht nur auf die menschliche Vernunft hören sollten, sondern auch auf die Stimme Gottes, die zu uns spricht.“

Gottesdienst zum Abschluss des Pfingstkongresses in der Dreifaltigkeitskirche, Berg Schönstatt
Gottesdienst zum Abschluss des Pfingstkongresses in der Dreifaltigkeitskirche, Berg Schönstatt (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)

Die Arche der Sicherheiten verlassen

Pater Heinrich Walter, ICS (internationale Koordination der Schönstatt-Bewegung), betont in seiner Predigt bei der Abschlussmesse des Kongresses, dass Gott die Bewegung einen weiteren Schritt in der Geschichte führe und Schönstatt neu für diese Zeit rufe. Die Vorgänge um P. Kentenich in der Schönstattfamilie hätten einen Reifungsprozess bewirkt. „Wir haben mehr Transparenz geschaffen, sind einander im Schmerz beigestanden, sind uns der Fragilität bewusster geworden und auch in der Demut gewachsen.“

Ankunft am neuen Ufer - Bild: Maria Elina, Argentinien
Ankunft am neuen Ufer - Bild: Maria Elina, Argentinien (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)

Bezugnehmend auf eine Gemälde der Argentinierin Maria Elina, macht der Prediger deutlich, dass jetzt die Zeit sei, für die Gott Schönstatt ins Leben gerufen habe. „Es ist höchste Zeit, aus dem Boot auszusteigen, die Arche der Sicherheiten zu verlassen und an Land zu gehen.“ Der Gründer sei als erster ausgestiegen. Er gehe voran mit Wagemut und Vertrauen auf Gottes Führung. „Er sagt uns durch seine Glaubenshaltung: zögert nicht, zweifelt nicht, habt keine Angst! Es ist Zeit, in der aktuellen Kirche und Gesellschaft das einzubringen, was sich unter uns bewährt hat. Es ist die Zeit für den Dialog auf allen Ebenen.“

Pater Heinrich Walter macht weiter deutlich, dass es nun die Zeit sei „für Pioniere der Mitgestaltung der neuen Epoche“, die selbstlos der Erneuerung der Kirche dienten, wie es Papst Franziskus in Evanglii gaudium beschreibe. „Ich träume von einer missionarischen Entscheidung, die fähig ist, alles zu verwandeln, damit die Gewohnheiten, die Stile, die Zeitpläne, der Sprachgebrauch und jede kirchliche Struktur ein Kanal werden, der mehr der Evangelisierung der heutigen Welt als der Selbstbewahrung dient.“ (EG 27) Es gehe darum, so Walter, ohne Ängstlichkeit und mit klaren Überzeugungen und Entschlossenheit (EG 223) Prozesse in Gang zu setzen, und Handlungen zu fördern, die eine neue Dynamik in der Gesellschaft erzeugen. „Wer wirklich liebt, vergisst sich selbst, und sucht weder die Bestätigung noch die Anerkennung, denn die Liebe ist immer größer“, so der Schönstattpater.

Die Kongressteilnehmerinnen und Teilnehmer zum Abschlussfoto auf der Treppe der Anbetungskirche
Die Kongressteilnehmerinnen und Teilnehmer zum Abschlussfoto auf der Treppe der Anbetungskirche (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)

Vielklang im Liebesbündnis

Bei diesem Kongress sei die Partizipation aller Generationen und Länder erlebt worden. Das lasse an diesem Dreifaltigkeitssonntag das Geheimnis der Dreifaltigkeit besser verstehen: Gott wolle die Vielfalt und Unterschiedlichkeit. „Wir lieben den Vielklang, in dem sich nicht eine Stimme auf Kosten der anderen durchsetzt“, zitiert der Prediger Christine Büchner. Er endet seine Ansprache mit einem Wort Pater Kentenichs vom 31. Mai 1949, das die Verbundenheit untereinander im Liebesbündnis beschreibt, eine Verbundenheit, die auch hineinführe ins Herz Gottes. Das sei die Erfahrung der vergangenen Tage gewesen. „Wir sind beieinander, um uns gegenseitig zu entzünden... Es ist ein Liebesineinander von Mensch zu Mensch, ein ewiges Liebesineinander.“

Am Ende des Gottesdienstes gehen die Delegierten in die Gründerkapelle, den Sterbeort Pater Josef Kentenichs, um den „Brief“ an die internationale Schönstattbewegung mit ihrem Namen zu unterzeichnen. Sobald entsprechende Übersetzungen des Dokumentes vorliegen, werden diese in den Ländern verbreitet.


Pater Alexandre Awi Mello, Sekretär des Dikasteriums für Familien, Laien und die Fragen des Lebens

Weichenstellungen für das Schönstatt der Zukunft

Am vierten Tag des internationalen Pfingstkongresses stehen für die Delegierten intensive Diskussionen über den Zukunftsweg der Bewegung an.

Optionen der jungen Generation in der Schönstatt-Bewegung werden vorgestellt
Optionen der jungen Generation in der Schönstatt-Bewegung werden vorgestellt

Kleines Pfingsten der jungen Generation

Die jungen Schönstätterinnen und Schönstätter auf dem Pfingstkongress haben sich während der Kongress-Tage immer wieder getroffen, um sich international über Optionen der jungen Generation in der Schönstatt-Bewegung auszutauschen. Dieser Gedanke, die Delegierten der jungen Generation zu einem „kleinen Pfingsten“ innerhalb des Kongresses einzuladen, war am Anfang der Tagung aufgekommen und hatte Energien geweckt. Der Samstagvormittag beginnt damit, dass drei jugendliche Teilnehmer die Ergebnisse dieser Gespräche vorstellen. Die Optionen werden vom Plenum mit großem Interesse aufgenommen.

Diesem Statement der jungen Generation folgt ein geistlicher Impuls von Pater Alexandre Awi Mello, Sekretär des Dikasteriums für Familien, Laien und die Fragen des Lebens im Vatikan. Er würdigt das Zeugnis der jungen Leute als ein Beispiel von Reife, Themen anzugehen, die heute zur Herausforderung werden. Aus seiner langjährigen Erfahrung mit jungen Menschen, aber auch in der Verantwortung seines Dikasteriums für die Jugend der Weltkirche hat er eine besondere Sensibilität für diese Generation.

Pater Alexandre Awi Mello, Sekretär des Dikasteriums für Familien, Laien und die Fragen des Lebens
Pater Alexandre Awi Mello, Sekretär des Dikasteriums für Familien, Laien und die Fragen des Lebens

Das Charisma Schönstatts für diese Zeit

In seinem Beitrag unter dem Thema „Das Charisma Schönstatts für diese Zeit“, den er aus einer persönlichen Perspektive verstanden wissen wollte, weist der aus Brasilien stammende Schönstattpater mit Nachdruck darauf hin, dass es nicht darum gehe, dass Schönstatt der Kirche helfen solle, ihre Zeitsendung zu erfüllen, sondern als Kirche und in der Kirche. Jede charismatische Gründung sei in Versuchung, sich im Gegenüber zur Kirche zu sehen. Diese Sicht sollte Schönstatt nicht pflegen. „Wir sind Kirche, wir sind ein Teil des Volkes Gottes, das in der Kirche und von der Kirche sein eigenes Charisma erhalten hat. Und jedes Charisma ist da für den Dienst, den Aufbau des Ganzen: der Kirche und der Gesellschaft. Ohne die Kirche existieren wir nicht, und nur in der Kirche haben wir ‚Existenzrecht‘“, so Pater Awi Mello. Er verweist auf das Wort „dilexit ecclesiam“, das Pater Kentenich sich als Grabinschrift wünschte: Alles, was wir als Schönstattbewegung sind und tun, geschieht, weil wir Kirche sind und dieses „Kirche sein“ lieben, ja, weil wir die Kirche lieben.

Dabei sei es wichtig, dass Schönstatt sich nicht in sich selbst verschließe. Pater Kentenich habe oft betont, dass Schönstatt kein „Selbstheiligungsclub“ sei. Die Bewegung brauche das Bewusstsein ihrer Sendung. Aber sie müsse auch, wie jede Bewegung, zwei Versuchungen meiden: „Erstens die Versuchung des ‚Größenwahns‘, d.h. uns für die Besten zu halten, als ob ‚wir schon alle Antworten hätten‘; und zweitens die der ‚Selbstbezogenheit‘, die der Papst in der Begegnung mit Bewegungen immer verurteilt“, so der Pater.

Die Bewegung müsse sich einerseits, gerade auch aufgrund der Anschuldigungen gegen ihren Gründer, sehr ernst mit ihren Grenzen auseinandersetzen. Andererseits gelte es auch, die entgegengesetzte Versuchung zu vermeiden: „die Versuchung des ‚Minderwertigkeitskomplexes‘, des ‚uns klein Machens‘ angesichts der Herausforderungen, die die Kirche und die Gesellschaft erleben, so als ob wir nichts mehr zu sagen hätten, als ob wir um Verzeihung dafür bitten müssten, dass es uns gibt, und um die Erlaubnis, sprechen zu dürfen.“ Schönstatt, so betonte Mello, habe eine charismatische und prophetische Sendung. Dieses Charisma Schönstatts sei für die Gegenwartskirche wichtig.

Schönstatt hat eine charismatische und prophetische Sendung. Dieses Charisma Schönstatts ist für die Gegenwartskirche wichtig.
Schönstatt hat eine charismatische und prophetische Sendung. Dieses Charisma Schönstatts ist für die Gegenwartskirche wichtig.

Herausforderungen

Als Herausforderungen nennt Alexandre Awi Mello das Engagement für eine Kirche im Aufbruch, die zu einem missionarischen Wirken in der Welt bis hin zur Option für die Armen und Ausgegrenzten gerufen sei. Es müsse eine barmherzige, einladende und offene Kirche sein, die – angesichts der Missbrauchsproblematik – der Demut, Einfachheit und Transparenz eine große Bedeutung beimesse. Die offenen Fragen nach Spiritualität, der Bedeutung der Laien, des Beitrags der Frauen, der Abwesenheit von Christen in Politik, Wirtschaft und Pädagogik, der Fragen um Jugend und Familie sowie den neuen Herausforderungen der Arbeitswelt, verlangten nach kreativen Antworten. Besonders dringlich seien Fragen der sozialen Ungleichheit und der Ökologie. Eine synodale Kirche, eine Kirche des Dialogs und des Zuhörens sei heute notwendig, die ökumenisch nach universeller Geschwisterlichkeit und Frieden strebe. Awi Mello zeigt sich überzeugt, dass Stichworte wie Bündniskultur, Werktagsheiligkeit, Spurensuche und eine marianische Kirche, wie sie im Liebesbündnis wächst, Anregungen aus dem Schönstatt-Charisma seien, die jetzt gebraucht werden. Pater Kentenich habe gesagt, dass Schönstatt für das „Übermorgen“ der Geschichte geboren wurde. Diese Zeit sei jetzt, so der Referent. Er endet mit dem Aufruf: Lasst uns gemeinsam in die Zukunft aufbrechen, die gerade erst beginnt.

Pater Felix Geyer leitet den Prozess der Sammlung, Bündelung und Priorisierung, sowie die weitere Erarbeitung des Textes für das angezielte Memorandum.
Pater Felix Geyer leitet den Prozess der Sammlung, Bündelung und Priorisierung, sowie die weitere Erarbeitung des Textes für das angezielte Memorandum.

Die Suche nach Konkretionen des weiteren Weges

Der Beitrag Awi Mellos, war eine Einstimmung auf die Arbeit, die nun vor den Delegierten liegt: Während der vorausgehenden Tage hat ein Reflexionsteam aus den Reihen der Delegierten fortlaufend die Ergebnisse und Lebensströme beobachtet und evaluiert. Diese werden nun im Plenum vorgestellt als Grundlage für die Diskussion in Sprachgruppen. Die Gruppen tauschen sich über Zentralwerte aus. Im Plenum werden sie gebündelt und schließlich durch die Methode des Punktens priorisiert. Während sich am Nachmittag die Kontinente bzw. Länder treffen, um die Überlegungen für ihr Gebiet auszuwerten, arbeitet das Reflexionsteam aufgrund der Voten an der Schwerpunktfindung für das Memorandum. Der Nachmittag endet mit einem Plenum, in dem das Reflexionsteam seine Ergebnisse vorstellt, aber auch die Länder Erkenntnisse aus ihren Besprechungen einbringen. Am Ende steht eine große Dankesrunde für alle, die sich für diesen Kongress investiert haben. Während sich dann einige Mitglieder des Reflexionsteams zurückziehen, um das Memorandum über Nacht zu erarbeiten, klingt für alle anderen der Tag mit einer Schifffahrt auf dem Rhein gesellig aus.

Das Plenum des Pfingstkongresses
Das Plenum des Pfingstkongresses

Pfingstkongress 2022 auf Berg Schönstatt, Vallendar

Zeitströmungen im Fokus von fünf Workshops des internationalen Pfingstkongresses

Der Freitagnachmittag des internationalen Pfingstkongresses der Schönstatt-Bewegung weitet das Beobachtungsfeld auf Entwicklungstendenzen in der Gesellschaft. Fünf Workshops beschäftigen sich mit je einem dieser Zeitzeichen.

Professor Dr. Mariano Pasquale Barbato, Deutschland
Workshop „Macht und Partizipation“: Professor Dr. Mariano Pasquale Barbato, Deutschland

Workshop „Macht und Partizipation“

Im Filmsaal des Pater Kentenich-Hauses läuft dreisprachig (Deutsch, Spanisch, Englisch) der Workshop Macht und Partizipation. Referent ist der Politikwissenschaftler Professor Dr. Mariano Pasquale Barbato, Deutschland. Moderatoren sind Dr. Ingeborg und Richard Sickinger, Leiter der Schönstattbewegung Österreich. Zu Beginn seines Statements weist der Referent darauf hin, dass sich Macht auch wissenschaftlich nicht klar definieren lasse. Barbato beschreibt die klassischen Typen legitimer Herrschaft und lenkt den Blick auch auf die Kirche: Das kirchliche Amt steht heute sehr unter Druck, charismatisch zu wirken. Heute muss der Papst sozusagen auch der „Volksschauspieler“ sein, er muss charismatisch sein. Die Medien fordern den Popstar. Ebenso Bischöfe, Priester… Diese Probleme der Kirche seien Probleme, die auch in der Demokratie stattfinden. Der Referent verweist auf den Einfluss der Medien in diesem Kräftespiel.

Workshop im Filmsaal des Pater Kentenich-Hauses
Workshop im Filmsaal des Pater Kentenich-Hauses

Bei der Frage, wie sich Macht legitimiert, weist Barbato auf die unterschiedlichen Grundlagen in Staat und Kirche hin: Während sich die meisten Staaten heute darauf verständigt haben, dass die Legitimität vom Volk kommt, sei der Anspruch, unter dem die Kirche steht: Gott herrscht. In beiden Fällen könne man sich fragen: Ist das wirklich so? In den Demokratien: Herrscht wirklich „das Volk“, wie müsste ein Wahlverfahren sein, damit das zutrifft. Und in der Kirche: herrscht wirklich Gott? Oder ist es doch die Hierarchie? Auf diese spezielle Herausforderung: hierarchische Kirche – demokratische Gesellschaft geht der Referent noch genauer ein.
Spannend sind auch seine Anmerkungen zum Begriff Synodalität. Es sei ein sehr großer Unterschied zwischen Synodalität bzw. dem weltkirchlich synodalen Prozess im Verständnis Roms und dem „Synodalen Weg“ bzw. dem Verständnis von Synodalität in Deutschland. Gerade im Blick auf den deutschen Weg bringt Barbato als Politikwissenschaftler einige kritische Denkanstöße. Dies sind einige Aspekte der Ausführungen, die anschließend zu einer regen Diskussion führen.

Workshop im Pater-Kentenich-Haus
Workshop "Ökologie und globale Umweltveränderungen" im Pater-Kentenich-Haus
Pedro Weizenmann, Brasilien/Rom
Pedro Weizenmann, Brasilien/Rom

Workshop: "Ökologie und globale Umweltveränderungen"

Der zweite Workshop im Pater Kentenich-Haus beschäftigt sich mit der Thematik Ökologie und globale Umweltveränderungen. Referent ist der junge Brasilianer Pedro Weizenmann, der gerade seine Thesen in Politikwissenschaft in Harvard verteidigt hat und im vatikanischen Dikasterium für menschliche Entwicklung arbeitet. Moderiert wird der Workshop, der in Englisch und Spanisch läuft, von Graciela und Beltrán Macchi aus Paraguay. Die Vielschichtigkeit, die in diesem Workshop zur Sprache kommt, spiegelt sich in den Fragen und Thesen, die dieses Arbeitsteam ins anschließende Plenum einbringt: „Wie sollen wir uns selbst erziehen und wie sollen wir erziehen?“ „Auf den Schrei der Erde, der Armen reagieren: auf den Schrei der Not antworten.“ „Armut als evangelischer Rat zur Wiedergeburt!“ „Einfache Lebensstile annehmen: ein schlichteres Leben leben.“ „Bindungsorganismus auf allen Ebenen fördern … - Sorge tragen und Antwort geben.“

Videovortrag von Laura Ramirez, Costa Rica
Workshop: "Bildung/Wissen/Formation/Pädagogik": Videovortrag von Laura Ramirez, Costa Rica

Workshop: "Bildung/Wissen/Formation/Pädagogik"

Der dritte Workshop – in Spanisch und Deutsch im Tagungszentrum Marienland – kreist um Bildung/Wissen/Formation/Pädagogik. Ein Videovortrag von Laura Ramirez, Costa Rica, leitet in das Thema ein. Ramirez ist wissenschaftlich und war zuvor auch politisch im Feld der Erziehung tätig. Moderatorin ist Dr. Gertrud Pollak, Deutschland, die als langjährige Dezernentin für Schulen und Hochschulen im Bistum Mainz ihre reiche Erfahrung in die Diskussion einbringt, da die Referentin selbst nicht anwesend ist.
Auch hier ist bei angeregtem Austausch die Zeit fast zu kurz, um alle Aspekte zu diskutieren. Als besonders inspirierend wird von den Anwesenden der Brief eines unbekannten Schuldirektors empfunden, mit dem Frau Ramirez ihren Vortrag abschloss: „Verehrte Eltern, die Endexamina Ihrer Kinder fangen bald an. Ich weiß, alle sind nervös, denn Sie wollen, dass sie gut abschneiden, und das ist verständlich. Aber trotzdem eine Bitte: Es ist sehr wichtig, dass Sie sich erinnern, dass unter den Schülern, die dieses Examen machen werden, Künstler sind, die kein Bedürfnis haben, Mathematik zu verstehen. Oder dass darunter ein Unternehmer ist, den die Geschichte oder spanische Literatur nicht interessiert. Oder ein Musiker, dessen physische Qualifikation dafür nicht wichtig ist. Oder er ist ein durchtrainierter Athlet, dem physische Fähigkeit wichtiger ist als Chemie. Wenn Ihre Tochter oder Ihr Sohn gute Noten bekommt, großartig. Aber wenn das nicht geschieht, nehmen Sie ihm bitte nicht die Würde und das Selbstvertrauen. Sagen Sie ihm oder ihr, dass nichts passiert ist. Es war nur ein Examen! Ihre Kinder sind geschaffen worden für Projekte, die im Leben viel wichtiger sind. Sagen Sie ihm oder ihr, dass die Noten, die man bekommt, nicht das Wichtigste sind. Sagen Sie ihm, dass Sie ihn lieben und ihn nicht verurteilen. Wichtig im Leben ist nicht, dass jemand in allen Gebieten vollkommen ist, sondern dass er wirklich eine Passion besitzt für das, was ihn innerlich erfüllt. Herzlich - Amalio Gutierréz Álvarez.“

Dr. Eduardo Jurado Béjar war per Zoom zugeschaltet
Workshop: "Ökonomie": Dr. Eduardo Jurado Béjar war per Zoom zugeschaltet

Workshop: "Ökonomie"

Ein weiterer Workshop im Tagungszentrum Marienland – in den Sprachen Spanisch und Englisch – beschäftigt sich mit Entwicklungen im Feld der Ökonomie. Es referiert Dr. Eduardo Jurado Béjar, Professor des Doktorandenprogramms der ESAI Business School der UEES Universität Guayaquil/Ecuador. Die Moderation hat Manrique Gutiérrez, Costa Rica.
Dr. Jurado beschreibt das Bündel von Faktoren, die eine dramatische Entwicklung fördern: politische Eigeninteressen, ein Führungsvakuum im ökonomischen Bereich, das immer mehr Dysfunktionalität und Unzufriedenheit hervorruft, in vielen Ländern die Situation einer jungen Generation, die durch mangelnde Bildungschancen von vornherein vom System ausgeschlossen ist und vieles andere mehr. „Wir haben den Kipppunkt erreicht“, so Jurado. Das zeige sich auch darin, dass sich die Wut der Opfer des Systems in zunehmend massiver Wut und Aggression und im Anwachsen populistischer Strömungen äußere. Seine Option: „Die Schwierigkeiten, mit denen wir konfrontiert sind, erfordern eine organische Führung und konzertierte politische Maßnahmen auf globaler Ebene, um schlimmere Folgen zu vermeiden und die wirtschaftlichen Aussichten zu verbessern.“ Er selbst setzt sich als Präsident von CIEES, eines Schönstatt-Zusammenschlusses von Unternehmern und Führungskräften, mit Leidenschaft dafür ein. Dem entsprechend lautet das Plädoyer dieses Workshops dann im Plenum: „Worauf es ankommt: Ausbildung von Führungskräften für den öffentlichen Dienst durch die Inspiration Pater Kentenichs, um auf die Herausforderungen in politischen und wirtschaftlichen Fragen zu reagieren.

Prof Dr. Luiz Carlos Susin, Brasilien, ist per Zoom zugeschaltet
Workshop: "Spiritualität": Prof Dr. Luiz Carlos Susin, Brasilien, ist per Zoom zugeschaltet

Workshop: "Spiritualität"

Ebenfalls im Tagungszentrum Marienland treffen sich Delegierte, die im Workshop Spiritualität mitwirken wollen. Referent ist Prof Dr. Luiz Carlos Susin, Brasilien. Den Workshop, der in Portugiesisch, Spanisch und spontan auch noch in Deutsch läuft, moderiert Dr. Geni Maria Hoss, Brasilien/ Deutschland. Professor Susin spricht über die Entwicklung von Spiritualität, das Aufkommen von neuen Bewegungen und Spiritualitäten. Er nimmt Veränderungen und Entwicklungstendenzen im Bereich der Spiritualität in den Blick.
Die Vielfalt der Aspekte, die in diesem Workshop angesprochen werden, bündelt sich in den Thesen, die die Mitwirkenden am Ende des Nachmittags im Plenum einbringen: „In der individualisierten Gesellschaft gibt es eine Sehnsucht nach Spiritualität; sie gibt Antwort auf die Suche nach Sicherheit.“ „Alles bringt Krise: Politik, Markt, Ökologie … - deswegen brauchen Menschen Sicherheit.“ „Wir stehen vor einer Wegkreuzung: Spiritualität sucht Neues; sucht Begegnungsorte.“ „Spiritualität ist fruchtbar, wenn wir die Einheit suchen.“

Gespräche an der BAR „Voces del tiempo“

Dieser sehr intensive Nachmittag setzt sich am Abend fort durch Gespräche an der BAR „Voces del tiempo“ (Zeitenstimmen). Die Teilnehmenden aller Workshops mischen sich an den „Bar“-Tischen und teilen miteinander über Sprachgrenzen hinweg ihre Erkenntnisse. Hier sind die Einzelnen bereits eingeladen, zentrale Werte und Kerngedanken für die Formulierung eines „Memorandums“ festzuhalten, das am Ende des Kongresses stehen wird. So endet dieser Tag mit einem regen und bunten geistigen Austausch.


Prof. Dr. Rodrigo Guerra-Lopez, Rom, Sekretär der vatikanischen Kommission für Latein-amerika

Pfingstkongress beschäftigt sich mit der Vision einer Kirche von Morgen

Im Zentrum des Vorgangs des „Beobachtens“ steht am dritten Tag des Pfingstkongresses in Schönstatt die Kirche im Fokus. Pater Heinrich Walter vom Kernteam der Kongressleitung lenkt in seinem „geistlichen Wort in den Tag“ den Blick der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf das Wort über die frühen Christen: „Alle waren ein Herz und eine Seele“. Das zeige, wie Kirche von innen her Kirche gelebt werden könne. Eine Kirche, die eine existenzielle geschwisterliche Gemeinschaft ist, die aus dem Leben der Einzelnen das gemeinsame Werk erneuert, in der ein lebendiger Strom von Geist und Leben fließt, die durch eine lebendige Fühlung vital bleibt und bereit ist, zu einer immer neuen missionarischen Entscheidung.

Die Versuchung, Kirche der Zukunft nach eigenen Maßstäben zu phantasieren

Prof. Dr. Rodrigo Guerra-Lopez, Rom, Sekretär der vatikanischen Kommission für Lateinamerika, konfrontierte die Kongressteilnehmenden in einem ersten Vortrag unter dem Thema „Die Vision einer Kirche von Morgen“ mit seinen Gedanken zu einer „Kirche der Zukunft“. Es sei eine immer wiederkehrende Versuchung, sich eine solche Zukunftskirche nach eigenen Maßen zurechtzudenken, sagte Guerra-Lopez, der auch Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben und Mitglied der Theologischen Kommission des CELAM sowie Mitglied im Institut für die Familie Johannes Paul II in Mexiko ist.

Die einen, so Professor Guerra-Lopez tun es dadurch, dass sie sich in Krisenzeiten rückwärts orientieren. Hier nennt er als Beispiel die Gründung der Altkatholiken im Kontext des 1. Vatikanischen Konzils, aber auch die Tendenz in der Kirche vor dem 2. Vatikanischen Konzil, alle möglichen Entwicklungen in der Gesellschaft zu verdammen. Er erinnert an die Aussage, mit der Papst Johannes XXIII auf diese negative Haltung reagierte: Christus ist nicht gekommen, um die Welt zu verdammen, sondern um sie zu erlösen. Die Antwort des II. Vatikanischen Konzils war anders geprägt, die Person Christi stand im Mittelpunkt.

In der Kirche habe es in Krisenzeiten aber auch immer die umgekehrte Tendenz gegeben: nicht Traditionalismus, sondern die Meinung, Kirche der Zukunft müsse sich in allem der Lebenshaltung und den Werten der Gesellschaft anpassen, sie im Zeitgeist neu erfinden.

Prof. Dr. Rodrigo Guerra-Lopez, Rom, Sekretär der vatikanischen Kommission für Latein-amerika
Prof. Dr. Rodrigo Guerra-Lopez, Rom, Sekretär der vatikanischen Kommission für Latein-amerika

Christentum nicht auf ethische Werte reduzieren

Eine weitere Versuchung sei, die Kernbotschaft Jesu auf ethische Ansprüche zu reduzieren. So wichtig die christliche Moral sei, diese sie aber nicht das Zentrum des Christentums. Guerra-Lopez verweist auf ein Wort aus der Enzyklika Deus caritas est: „Am Anfang des Christseins steht nicht ein ethischer Entschluß oder eine große Idee, sondern die Begegnung mit einem Ereignis, mit einer Person, die unserem Leben einen neuen Horizont und damit seine entscheidende Richtung gibt.“ (DCE, Nr.1)

Es gehe also um die Begegnung mit einer Person, die sich aus Liebe für die Menschen hingegeben habe und dadurch Leben wandle. Erlösung, So Guerra-Lopez, ist nicht Wirkung eigener Willensanstrengung, sondern Geschenk aus der Hingabe Christi. Das II. Vatikanische Konzil hat diese Wahrheit wieder in die Mitte gestellt. Wenn es die Kirche „Licht der Völker“ nennt, dann nur, weil Christus in seiner Kirche leuchtet, in jedem einzelnen Getauften. In Christus wird die Kirche zum Volk Gottes, das gemeinsam durch die Zeit pilgert.

Synodalität: gemeinsam pilgernd unterwegs sein

Dieses gemeinsame Unterwegssein verlangt auch gemeinsame Teilhabe an Verantwortung. Synodalität, das heutige Wort für diesen Vorgang, bedeute wörtlich: zusammen den Weg gehen. Schon Paul VI. habe das Anliegen gehabt, die Bischöfe stärker in die Regierung der Kirche einzubeziehen. Papst Franziskus mache einen weiteren Schritt in dieser synodalen Einheit des Unterwegsseins: es ist wichtig, alle in ihrer Verantwortung ernst zu nehmen, alle auf diesem Weg einzubeziehen. Für Papst Franziskus ist Synodalität das, was Christus von uns für die Kirche im dritten Jahrtausend erwartet, so Dr. Guerra-Lopez.

Vortrag im Saal des Pater-Kentenich-Hauses auf Berg Schönstatt, Vallendar
Vortrag im Saal des Pater-Kentenich-Hauses auf Berg Schönstatt, Vallendar

Die die Tiefendimension von Synodalität muss täglich neu realisiert werden

Hier erinnert der Referent an ein Wort, das über die ersten Christen gesagt wurde: Seht, wie sie einander lieben und alles gemeinsam haben. Das sei die Tiefendimension von Synodalität: „Wir müssen im Leben beweisen, dass die menschliche Liebe stärker ist. Und sie ist es deshalb, weil Gott in diesen Menschen lieben kann – bis dahin, dass man vergeben kann, Frieden schaffen kann“, so Guerra-Lopez.

Im Alltagsprozess der Synodalität sei ein Zweifaches wichtig: „Erstens, wir sollen mit Mut sprechen. Und zweitens: Wir sollen aufeinander hören.“ Es sei zwar gut, dass in der Kirche zunehmend Raum ist, seine Stimme zu erheben. Aber die wahre Herausforderung der Synodalität sei, demütig hören zu lernen, gerade auch auf die, die anders sind und anders denken.

Communio und Synodalität müssen Hand in Hand gehen

Kirchliche Communio könne allerdings ohne Synodalität eine Form von Uniformität und Zentralismus werden. Synodalität ohne kirchliche Communio wiederum sei Populismus in der Kirche. Synodalität und Communio, so Guerra-Lopez, müssten Hand in Hand gehen: In der Synodalität geht es um eine Dynamik, die den anderen hört und innerlich aufnimmt. In anderen Worten ausgedrückt, sei Synodalität eine Einladung, „dass ich mich ändere, damit die Kirche sich ändern kann“. Die Kräfte, die die Kirche wirklich erneuern, seien dieselben Kräfte, die das Herz ändern. Entweder beginne die Erneuerung der Kirche in der einzelnen Person, oder sie beginne nicht.

Für Prof. Dr. Rodrigo Guerra-Lopez ist das Kirche der Zukunft: die Personen, die wahrgenommen haben, was Gott will, waren Menschen, die Gott in ihrem Inneren wirken ließen, die sich von ihm wandeln ließen. Dann kann Gott durch sie ausstrahlen und wirken.

Interessierte Zuhörer
Interessierte Zuhörer

Der konkrete Weg der Kirche und die Rolle der Bewegungen

In einem zweiten Vortrag unter dem Thema „Der konkrete Weg der Kirche und die Rolle der Bewegungen“ beschreibt der Referent die spezifische Sendung der Weltchristen (Laien) als Berufung zur Umgestaltung der Welt „in Christus hinein“, und zwar als Christinnen und Christen, die mitten in den Herausforderungen der Welt aus dem Glauben Entscheidungen treffen. Dabei gehe es um ein positives Selbstverständnis, die eigene Identität zu lieben und das Charisma eines Lebens mitten in der Welt zu entfalten. Die Haltung, sich als Nicht-Priester zu definieren, sei demgegenüber auch eine Art Klerikalismus von Laien. Hier seien die Bewegungen besonders gerufen auch mit Reifungsphasen ihres Charismas zu rechnen. Schwere und dunkle Zeiten hätten in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung.

Guerra-Lopez beobachtet, dass augenblicklich eine Reihe wichtiger geistlicher Bewegungen in Prüfungen stehen, indem manches schwindet. Dies sei ein Moment der Gnade. Hier müssten die Bewegungen auf das Testament Jesu unter dem Kreuz schauen: Er gibt uns neu Maria zur Mutter, die nimmt uns gerade in diesem Dunkel in ihre mütterliche Liebe hinein und danach kommt Pfingsten, ein neuer Einbruch des Heiligen Geistes.

Auch in Zeiten der Grenzerfahrung dürften die Bewegungen nicht ihre Sendung für die Welt vergessen: In Prüfungszeiten sollten sie sich nicht zurückziehen, sondern auch in aller Begrenztheit an die Peripherie gehen, im Aufbruch sein. Die Mission der Weltchristen sei es nicht, in der Sakristei zu bleiben, sondern der ganzen Welt Christus zu künden.

In der anschließenden Diskussion im Plenum unterstreicht Guerra-Lopez noch einmal den Hoffnungsaspekt: Bei der christlichen Geschichte gehe es um Zukunft. Es sei der Glaube, der weitergehe in der Zeit, der nach vorne treibe, in die Zukunft hinein. „Der Herr wird uns immer begleiten, er ist treu. Aber wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren!“


carisma

Pfingstkongress: Ein Arbeitsprozess nach der Kentenich-Methode

Der inhaltliche Arbeitsprozess des Pfingstkongresses kommt an diesem zweiten Tag in Fahrt. Einleitend erklärt Pater Heinrich Walter vom Kernteam der Kongressleitung, dass die Methode Pater Kentenichs dem Prozess zugrunde liegt: Beobachten, Vergleichen, Straffen, Anwenden. Am Vormittag geht es um die neu aufgeworfenen Fragen um den Gründer Schönstatts, Pater Josef Kentenich. Am Nachmittag geht es um „best practice“-Projekte zu verschiedenen Schwerpunktthemen, die bereits in der mehrjährigen Kongressvorbereitungszeit eine Rolle gespielt haben.

Blick auf die „Causa Kentenich“

Dr. Getrud-Pollak, Generaloberin des Säkularinstitutes „Frauen von Schönstatt“ und Mitglied des Generalpräsidiums (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)
Dr. Getrud-Pollak, Generaloberin des Säkularinstitutes „Frauen von Schönstatt“ und Mitglied des Generalpräsidiums moderiert den Vormittag (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)

Das Beobachten konzentriert sich am Vormittag auf das für Schönstatt aktuelle Thema „Causa Kentenich“. Moderiert von Dr. Getrud-Pollak, Generaloberin des Säkularinstitutes „Frauen von Schönstatt“ und Mitglied des Generalpräsidiums, tragen vier Statements zur Standortbestimmung des von Bischof Dr. Stephan Ackermann ausgesetzten Seligsprechungsverfahrens für den Schönstatt-Gründer bei:

Schwester M. Veronika Riechel, Mitglied in der Gemeinschaft der Schönstätter Marienschwestern (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)
Schwester M. Veronika Riechel, Mitglied in der Gemeinschaft der Schönstätter Marienschwestern (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)

Schwester M. Veronika Riechel, Mitglied in der Gemeinschaft der Schönstätter Marienschwestern, beschreibt die Entwicklungen und Führungen der letzten zwei Jahre. Sie gibt Einblick in die verschiedenen Etappen und Ebenen im Prozess der Auseinandersetzung. Stichworte sind: Errichtung einer Medienkommission, Forschung, „Information und Studium“, juristische Auseinandersetzung. „Das Ganze ist ein Abenteuer zwischen Himmel und Erde. Wir können gespannt sein, wie der Heilige Geist uns weiterführt, um die Person des Gründers intensiver zu entdecken“, lautet ihr Schlussgedanke.

P. Eduardo Aguirre, Postulators im Seligsprechungsprozess für Pater Kentenich ist aus Costa Rica zugeschaltet (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)
P. Eduardo Aguirre, Postulators im Seligsprechungsprozess für Pater Kentenich ist aus Costa Rica zugeschaltet (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)

Es folgt ein Wort des Postulators P. Eduardo Aguirre zur Aussetzung des Prozesses: Die Aussetzung bedeute, dass der Bischof von Trier derzeit im Prozess nicht weiter aktiv ist. Der Prozess sei von „der Diözese Trier auf Eis gelegt, aber nicht abgeschlossen, und deshalb können wir von Seiten der Schönstattfamilie den Ruf der Heiligkeit Pater Kentenichs weiterhin verbreiten, wie wir es bisher getan haben“, so P. Aguirre. Er selbst bleibe in der Aufgabe des Postulators und auch die „Gründersekretariate“ könnten weiterhin arbeiten. Der Postulator schließt mit dem Hinweis, dass die Herausforderungen der letzten zwei Jahre durch eine intensivierte Forschung, aber auch durch stärkere Beschäftigung der internationalen Schönstattfamilie mit Person und Charisma des Gründers, auch einen positiven Effekt gehabt hätten.

Unvermutete Einsichten – Stichproben der Forschungsergebnisse

Prof. Dr. Hubertus Brantzen (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)
Prof. Dr. Hubertus Brantzen (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)

Die beiden sich anschließen Beiträge geben Einblick in Forschungsergebnisse der jüngsten Vergangenheit: Prof. Dr. Hubertus Brantzen titelt seinen Beitrag „Unvermutete Einsichten – Neue Perspektiven, die sich aus den Veröffentlichungen ergeben.“ Auf Grundlage des aktuellen Forschungsstandes beschreibt er das komplizierte Netz von Interessen und Abhängigkeiten, das sich hinter den Anschuldigungen gegen Pater Kentenich auftut. Da sind die verschiedenen Interessengruppen, die als Aktoren zutage treten, die unterschiedlichen Problemfelder, vor allem aber das Aufeinandertreffen verschiedener Wertwelten.

Schwester Dr. M. Elizabet Parodi, Schönstätter Marienschwester (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)
Schwester Dr. M. Elizabet Parodi, Schönstätter Marienschwester (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)

Sr. Dr. M. Elizabet Parodi bringt in ihrem Statement diese Kollision noch markanter auf den Punkt: Wegen dem „Knäuel“ der Verwirrungen, die sich aus dem Zusammenstoß von altem Paradigma vorkonziliarer Kirche und dem neuen Paradigma Kentenichs ergaben, sei das Exil fast „unvermeidlich“ gewesen, so stellt sie fest. Immer wieder stoße man bei den Archivforschungen auf erstaunliche Tatsachen.

So verweist sie auf einen Briefwechsel Pater Kentenichs aus dem Jahr 1950 mit dem damaligen Trierer Bischof Bornewasser. Kentenich wendet sich gegen die Vorbehalte des Visitators gegenüber seiner Erziehungspraxis und erklärt ganz entschieden: Das Riskante sei nicht der Weg Schönstatts, sondern im Gegenteil die damalige „Denk- und Erziehungsweise“ innerhalb der Kirche, gerade auch in der Priesterausbildung. Sein Anliegen sei ein Paradigmenwechsel zu einer ganzheitlichen Lebensweise, in der natürliche und übernatürliche Bindungen auf gesunde Weise ineinander spielten. Er fürchte, so Kentenich weiter, wenn die Kirche nicht den Mut zu einem solchen neuen Weg habe, „werden sexuelle Entgleisungen in Zukunft in erschreckendem Maße zunehmen, vor allem unter den Klerikern." Der Bischof habe diese Ansage Kentenichs damals „aufs Schärfste“ zurückgewiesen. Aber Pater Kentenich habe seine Warnung in einem weiteren Brief noch verstärkt und dringend darum gebeten, sich doch mit diesem Anliegen auseinanderzusetzen.
Das sei damals nicht geschehen, so Dr. Parodi in ihrem Statement weiter, sondern es sei das Exil Pater Kentenichs gefolgt. Pater Kentenich habe 1955 in einem Brief dazu geschrieben: „Leider hat die spätere apostolische Visitation das Problem trotz ständiger Versuche meinerseits nicht aufgegriffen. Sie blieb bei einigen ungewohnten und deshalb befremdenden Lebens­äußerungen hängen, ohne zu deren Lebensquelle und Lebenswurzel, will heißen ohne zum Kern der Organismuslehre und Bindungspädagogik vorzudringen.

Das Exil als Konsequenz von Missverständnissen

Das Exil, so Schwester Elizabeth, sei die Konsequenz von Missverständnissen gewesen. „Pater Kentenichs Überlegungen und sein Wirken beschränkten sich nicht darauf, gute Ratschläge zu geben. Er selbst versuchte, Räume zu schaffen – seine eigene Person ist einer davon –, die eine neue Form des Ineinander von Natürlichem und Übernatürlichem erfahrbar machen“, so die Referentin. Dass das zu Spannungen mit der damaligen Praxis der Kirche führen würde, sei Pater Kentenich klar gewesen. Aber das sei der Anspruch eines prophetischen Charismas gewesen, unter dem auch das heutige Schönstatt stehe.
Ihr Statement schließt Sr. M. Elizabet mit einen Vergleich ab: „So wie die Bedrohung der Liebe nicht in erster Linie der Hass ist (ihr Gegenteil), sondern die Besessenheit, d.h. die Reduzierung der Liebe auf das, was ich brauche, so besteht die Bedrohung für das Charisma heute nicht in erster Linie darin, es anzugreifen, sondern es zu reduzieren, zu glauben, dass wir es bereits haben, dass wir es ergriffen haben.“ Die Versuchung, sich im „Besitz“ der Wahrheit zu fühlen, könne die Bewegung nur gemeinsam überwinden: „indem wir einander zuhören und vor allem auf den Geist hören, der zu uns durch die Stimmen der Zeit und die Bedürfnisse unserer Kirche spricht“.
Die intensiven Impulse dieser Statements werden anschließend in Sprachgruppen betrachtet und ausgewertet.

Vorstellung eines Workshops (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)
Vorstellung eines Workshops (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)

Der Nachmittag bringt eine „Beobachten-Runde“ praktischer Art:

Zunächst werden fünf Online-Workshops vorgestellt, die in den Monaten vor dem Kongress in den Kontinenten Europa und Amerika stattgefunden haben. In allen diesen Workshops ging es um „best practice“-Projekte zu verschiedenen Schwerpunktthemen, die im internationalen Austausch vorgestellt wurden: Ein europäischer Workshop mit dem Thema „Kentenich-Intensiv-Kurse“, je ein Workshop in Europa und Amerika zu synodalen Prozessen in den Schönstatt-Bewegung verschiedener Länder, weitere Workshops im amerikanischen Kontinent zu Präsenz und Wirksamkeit Schönstatts in der Gesellschaft (sozial, wirtschaftlich, politisch) und zum pädagogischen Einfluss Schönstatts in der Gesellschaft. Nach dem Vorstellen der einzelnen Workshops im Plenum ist Raum für einen Parcours, bei dem diesesmal die Workshop-Verantwortlichen die Lernenden sind: die Teilnehmer sind eingeladen, ihre eigenen Erfahrungen zu den bereits vorliegenden Ergebnissen beizusteuern. In einem weiteren Workshops treffen sich die anwesenden Mitglieder aus der jungen Generation, um ihre Ressourcen für das Schönstatt der Zukunft wahrzunehmen.

Die Junge Generation hat die Fackel übernommen (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)
Die Junge Generation hat die Fackel übernommen (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)

Pfingstliche Gebetsstunde

Der intensive Tag mündet ein in eine Pfingstliche Gebetsstunde in der Anbetungskirche auf Berg Schönstatt. Sie gibt Raum, die Begegnungen und Erkenntnisse dieses Tages im Hören auf den Heiligen Geist ausklingen zu lassen. Ein besonderer Akzent und emotionaler Höhepunkt dieser geistlichen Zeit ist die Fackelübergabe der ältesten Generation von Kongressteilnehmern (über 65-Jährige) an die junge Generation (die unter 30-Jährigen).

Pfingstliche Gebetsstunde in der Anbetungskirche, Berg Schönstatt (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)
Pfingstliche Gebetsstunde in der Anbetungskirche, Berg Schönstatt (Foto: PressOffice Schönstatt, Brehm)

Einheit

Einheit in der Verschiedenheit suchen

Mit einer Eucharistiefeier hat der internationale Pfingstkongress der weltweiten Schönstatt-Bewegung am Vormittag des 8. Juni 2022 seine Arbeit aufgenommen. 179 Personen aus 28 Ländern versammelten sich in erwartungsvoller Stimmung vor dem Urheiligtum in Schönstatt, Vallendar, dem Gründungsort der internationalen Schönstatt-Bewegung. Und der Himmel hatte ein Einsehen und hielt die meisten Regentropfen bis nach der Messe zurück. Drei Musiker, die schon beim Jubiläum 2014 an der musikalischen Gestaltung beteiligt waren, sorgten mit von 2014 bekannten Liedern in mehreren Sprachen für „Jubiläumsfeeling“, durch das ganz schnell ein Gemeinschaftsgefühl unter den Delegierten aus der ganzen Welt entstand.

Dass mit einem Liefer-LKW, der sich während des Gottesdienstes rückwärts am Urheiligtum vorbeitastete und mit einer Bus-Gruppe Schüler, die – vorbildlich leise – aber doch mit deutlich vernehmbarem Rollen ihrer Koffer auf dem Weg zu Schülertagen in Haus Wasserburg den Gottesdienstort passierten, die Lebenswirklichkeit von Menschen heute symbolisch mitten unter der internationalen Gottesdienstgemeinschaft präsent wurde, war zwar so nicht geplant, zeiget aber, dass der Kongress nicht im luftleeren Raum oder der Schönstattblase stattfindet, sondern mitten in der Welt und für die Welt.

Predigt: Pater Juan Pablo Catoggio, Vorsitzender des Generalpräsidiums des Internationalen Schönstattwerkes
Predigt: Pater Juan Pablo Catoggio, Vorsitzender des Generalpräsidiums des Internationalen Schönstattwerkes

Schönstatt im Aufbruch

Pater Juan Pablo Catoggio verwies in seiner Predigt auf das Memorandum des Pfingstkongresses von 2015, das sich für ein Schönstatt im Aufbruch ausgesprochen hatte. "Wir brauchen dieses Pfingsten, dieses immerwährende und sich je neu wiederholende Ereignis", das sowohl die Kirche als auch Schönstatt „verjüngere“. „Wir brauchen den Geist der Heiligkeit, der uns umwandelt und erneuert, den Geist der Liebe, der uns in Freiheit und Solidarität eine und zusammenhält und den Geist der Mission, der uns aussendet und fruchtbar macht für die Welt“, so der Vorsitzende des Generalpräsidiums des internationalen Schönstatt-Werkes.

Krisen als Herauforderungen Gottes

Pandemie und Kriege, aber auch die Suche nach einer synodalen, partizipativen, offenen und missionarischen Kirche, die Vertrauens- und Autoritätskrise in der Kirche sowie die Aufarbeitung der Mißbrauchsfälle, die Frage nach der Frau in der Kirche, etc., seien Zeichen der Zeit, die als Krisen erlebt würden, aber eigentlich Herausforderungen und Aufruf Gottes auch an Schönstatt seien, so Catoggio: „Alle diese Zeichen zeigen uns, wie aktuell und dringend notwendig unser Charisma, unser Beitrag für die heutige Kirche und Welt ist. Wir können mit Recht sagen: heute, mehr denn je, Heiligkeit, Bindung und Mission.“

Einheit
„Jubiläumsfeeling“: Eine Musikgruppe gestaltete den Gottesdienst mit vom Jubiläum 2014 bekannten Liedern in mehreren Sprachen mit.

Barmherzigkeit und Geduld lernen

Auf die Causa Kentenich Bezug nehmend, zeigte sich der Vorsitzende des Generalpräsidiums überzeugt, dass die Wahrheit sich selbst offenbaren werde. Schönstatt habe das größte Interesse, dass die geschichtliche Wahrheit zu Tage trete, dass alle Quellen und Dokumente ausfindig und zugänglich gemacht würden, damit eine freie unabhängige Forschung möglich sei. In der Bewegung gäbe es ernst zu nehmende und qualifizierte Fachleute, die daran arbeiten würden. „Es braucht Zeit“, so der Schönstatt-Pater. „Der liebe Gott ist barmherzig und geduldig. Das müssen wir auch lernen.“

Zeugnis ablegen

Es könne jedoch nicht darum gehen, abzuwarten, bis die Ergebnisse der Forschung vorliegen. Es seien nicht Fachleute und Forscher gewesen, die die Auferstehung Jesu wissenschaftlich bewiesen hätten. Das Zeugnis und das heiligmäßige Leben einfacher, aber überzeugter und überzeugender Menschen, die vom Geist Gottes ergriffen waren, hätten Zeugnis von Jesus abgelegt. Das sei der Weg, den auch Schönstatt gehen solle. „Es gehe nicht zunächst um die Heiligsprechung Pater Kentenichs“, so Catoggio. „Es geht darum, dass wir mithelfen, diese Welt zu heiligen.“

Einheit in Freiheit und Solidarität

Er forderte die Delegierten des Pfingstkongresses auf, selbst „den Empfehlungsbrief unseres Vaters und Gründers darzustellen“, ganz so, wie Papst Johannes Pauls II Schönstatt aufgefordert habe. Das bedeute „echte Gemeinschaft darstellen, eine Familie aus vielen Familien, Einheit in der Verschiedenheit, Einheit in Freiheit und Solidarität, in gegenseitiger Ehrfurcht und Liebe, dass die Menschen sehen können, wie wir uns lieben.“ Und es bedeute, dass sich alle Mitglieder der Bewegung „selbstlos in den Dienst anderer stellen“, sich der Bedürftigsten und Notleidenden annehmen, und „missionarisch die Freude des Evangeliums vermitteln.“

Einheit
Endlich in Schönstatt, endlich bei der Gottesmutter am Urheiligtum: Fröhliche Stimmung nach dem Gottesdienst